Immer noch keinen Schimmer?

Kommentar: -I

Dieses Gespräch habe ich jetzt zwar wieder nicht zu Ende gehört, aber vorstellig zu machen dass die eigene Karriere in der Bundeswehr nun zum Vorwurf gemacht werden würde kann einfach nicht ernst gemeint sein und empfinde ich mehr als lächerlich.

Nicht alles bleibt schlecht recherchiert. Etwa Anfang 2017 Andreas Speit über Arne Schimmer https://taz.de/Neue-Rechte-und-Medien/!5374860/ Leider (!) macht das sehr viel Sinn: was mit Landtagsabgeordneten geschehen, nachdem diese ihre Mandate verloren hatten? Wie finden diese nun ihr Auslangen – wer „kümmert“ sich um sie?

2011 befragten Sie Schimmer zur Ceska-Mordserie, wo diesem breit Gelegenheit gegeben wurde sich und seine Partei von den NSU-Morden zu distanzieren https://sezession.de/28886/existentielle-fragen-ein-interview-mit-arne-schimmer-npd

Also wer schreibt wirklich für Sie? Manche Namen bei Ihnen sind einfach nicht nachvollziehbar.

Bildschirmfoto 2020-05-12 um 20.22.53

Quelle: kanal schnellroda

Der letzte Sommer war sehr schön. Doch in einem Video wird an dieser Stelle, neben Frau Weidel stehend, wieder jemand unkenntlich gemacht: sicher kann das auch ein Saalschutz gewesen sein und/oder wer der dort nicht gesehen werden möchte. Aber genauso gut kann es wiederum umgekehrt sein, dass es sich um jemanden handelt mit dem Sie nicht in Verbindung gebracht werden wollen. Also: wen sehen Sie da an?

II

Diese Inszenierungen als brave Familienväter, in Richtung Güte und Schönheit, sind mittlerweile selbst aus dem linksbürgerlichen Milieu absolut unerträglich geworden. So oder so an diesem bürgerlichen Antlitz, dieser Verbürgerlichung allenthalben, nichts neu.

Kürzlich etwa einer Ihrer (noch) nachvollziehbaren Autoren (mit Künstlernamen), den ich als Filmkritiker eigentlich schätze, mit einem Satz welcher sehr wohl auch als Apologetik nationalsozialistischer Politik aufgefasst werden kann https://sezession.de/62832/das-jahr-1945-im-film-1 : ’so kann es keinen Zweifel daran geben, daß „Operation Barbarossa“ ein Präventivschlag war, der einem bevorstehenden Angriff Stalins zuvorkam.‘

Selbstredend versehen mit Link zu einem jüngeren Text von Stefan Scheil (soviel Werbung muss sein). Und nein: es kann, es darf Zweifel geben!

Er schreibt hier was Ihre Klientel lesen will – wenn er über Filme schreibt scheint das diese dafür überhaupt nicht zu interessieren. Kein Wunder!

Schnell tun sich absolute Abgründe auf, wenn anstatt der üblichen bio- und gesellschaftspolitischen Agenden einmal wirklich kulturpolitische Ideen und Ansichten aufblitzen – all das darf und kann den Verfassungsschutz ebenfalls interessieren, nein, sollte diesen interessieren.

2006 der renommierte Militärhistoriker Rolf-Dieter Müller in einer FAZ-Rezension zu Scheils „1940/41“ (2005) https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/politik/adolf-der-friedliebende-1332449-p2.html : „Für Scheil steht fest, daß der England-Flug des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß eine ernstgemeinte Offerte der deutschen Regierung gewesen ist.“

Womit bereits eine weitere Brücke, nämlich in Richtung Heß-„Gedenken“, geschlagen wäre. Keine Polemik.

Wo kommen wir da hin? Dazu, dass Scheil heute auch ein AfD-Politiker wäre? Ja, aber eben nicht nur.

III

Jedenfalls zu Vorwürfen gegen das hier vorhandene geistige Fundament und die personellen Verstrickungen in demselben. Nicht die Selbstherrlichkeit ihrerseits dubioser Stiftungen auf der politisch anderen Seite, kein ohrenbetäubend lautes und politisiert oberflächliches Glockenturm-Boulevard einer militanten „Zivilgesellschaft“, oder überaus einseitige Erinnerungskultur. 20 Jahre Publizistik reichen dafür aus, 20 Jahre mit (immer noch) äußerst fragwürdigem Neuigkeitswert.

Die Verehrung für südeuropäische Faschismen ließ sich schließlich bereits bei Herrn Mohler finden, dafür braucht es niemanden mehr.

Und was ist dann überhaupt mit den „verdammten zwölf Jahren“ eines Gauland, oder wenn Höcke einen mutmaßlichen NPD-Mann des Saales verweist? Wie kann das alles so überhaupt noch zusammenpassen.

Ich bin (gelernter) Österreicher und von FPÖ-Seite wird auch immer wieder etwa behauptet, dass sie mit dem Nationalsozialismus „nichts am Hut“ hätten. Hierzulande existiert allerdings auch ein, im krassen Unterschied zu Deutschland, Verbot der Ideologie (Wiederbetätigung) – nicht nur einzelne Paragrafen gegen Symbole (Kennzeichen), Medien (Propaganda), Verhetzung usw.

Deshalb wurden mögliche NPD-Ableger von den Wahlbehörden (teilweise) nicht zugelassen und konnten Strukturen wie in Deutschland vielfach erst gar nicht entstehen. Rechte Publizistik hat es dennoch immer gegeben.

IV

Ja, der Antifaschismus heute ist von überaus trauriger und beschämender Gestalt. Er beschimpft in Deutschland lieber tendenziell Millionen von Mitmenschen, Nachbarn nebenan, als „Nazis“, als dass er mit seinen eigenen Ressentiments bezüglich Leben und Welt hinter die Fassade der Fremdenfeindlichkeit blicken würde: wo mit dem Glauben an Hierarchien unter dem Deckmantel einer nationalen Befreiung zurück in die Knechtschaft gezwungen werden soll und damit erst recht neue Eliten wieder installiert werden sollen. Leider sehen das die unzufriedenen Opfer der Globalisierung nicht, welche seit 35 Jahren das Fundament des Rechtspopulismus bilden, und fallen deshalb ihrerseits dessen Demagogie zum Opfer, obwohl sie damit Strukturen erst schaffen (würden) gegen die sie sich über entsprechende Verschwörungstheorien traditionell vorgeben zu stellen.

Ob bei althergebrachten Antisemitismen, oder abstrusen neuen Feindbildern wie aktuell jenem bezüglich Bill Gates – überaus kluge Menschen die sich mit ihrem vielen Geld etwa für die wirklich wichtigen Dinge auf dieser Welt einsetzen, wie Soros etc. Bildung und Gates die Toiletten der Ärmsten der Armen (und damit nicht jener die zumindest über ausreichend Mittel zur Flucht verfügen), ohne dass die Öffentlichkeit davon viel mitbekommen würde. Aus Politik sonst halten die sich eher raus, so naiv diese Feststellung hier auch erscheinen mag.

Vorbilder wie Konrad Lorenz, welcher den Menschen – mehr als dies Darwin & Co. je im Sinn hatten – auf seine animalische Dimension reduzierte, oder Carl Schmitt, der Anhänger eines Staatsgedankens war den Hobbes treffend mit dem Namen eines Ungeheuers (Leviathan) bedacht hatte, sind allesamt die besten Garanten für von Furcht geleitete Obrigkeitszwänge oder gottlose Entmenschlichungen, welche kein „Kulturmarxist“ je aushecken könnte.

Etwa Organisationen wie ein „tiefer Staat“ sind in totalitären Systemen nämlich tatsächlich Realität. Ein Inlands-Geheimdienst(chef), als was hier etwa auch der deutsche Verfassungsschutz (und sein Präsident) verunglimpft wird, agiert dafür nicht in dessen Sinne, sondern um diesen zu verhindern. Er macht (im besten Fall) auf entsprechende Vorbilder aufmerksam: eine Äquidistanz kann deshalb nicht möglich sein, genauso wie dass ein Islamismus eher beobachtet wird als ein politischer Katholizismus. Es wird (weiterhin und an die jeweilige Situation angepasst) hoffentlich das verdächtigt was Terror oder Umsturzversuchen näher steht. Wichtig und wertvoll bleibt rechte Publizistik trotz allem – für den Pluralismus in jeder Demokratie.-

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