Südliche Strategien

Replik beim Standard: ‚Na ja… Es bedarf wohl schon ein gerüttelt Maß an gehobener Naivität um zu glauben, dass „demokratische“ Politik diesbezüglich grundlegend wesentlich „besser“ sei… Selbst Hillary herself gebrauchte in ihrer konservativen Phase etwa den Begriff der

„Superpredatoren“. Giftige Raubtiere sind seitdem zwar allenthalben in den „progressiven“ politischen Diskurs zurückgekehrt, wo mittlerweile reichlich „fortschrittlich“ aus neuen Wörterbüchern von Unmenschen referiert wird, aber für die jüngere amerikanische Geschichte war zweifellos immer noch die Niederlage von Dukakis gegen Bush sen. 1988 der Wendepunkt schlechthin. Ähnlich wie für uns zwei Jahre davor Waldheim
Und für die demokratische Partei in den USA die Erkenntnis, dass auch sie nur mit der Chiffre einer vorgeblichen Bekämpfung von Drogen und Kriminalität wieder Erfolg haben wird – was Bill Clinton schließlich ins Weiße Haus brachte. Alles höchst unehrliche und zutiefst rassistische Politik: die lukrativen Gefängniszahlen explodiert

Bei der offenbar

hoffnungslos reaktionären Kronen Zeitung trat kürzlich jemand auf (Link erspare ich mir), der anscheinend sogar noch immer an einen Erfolg der alten Nixon-Strategie von vor 50 Jahren denkt. Also nein, um „links“ regierte Großstädte geht es da wirklich nicht – eher um die Frage wie bei jemanden wie Biden ernsthaft an grundlegende Veränderungen gedacht werden kann, Vertrauen bestehen kann, und nicht nur an oberflächliche Repräsentation (Diversität), denn es bleibt ein ökonomisches Problem – eine Frage von Klassismus und Kapitalismus. Ich verstehe genau das jedenfalls nicht
Doch so wie sich das amerikanische Jahrhundert (1920-) in diesen Jahren seinem Ende zuneigt, ist auch die Herrschaft des weißen Mannes glücklicher Weise endlich. Glück auf!‘

4. Juni 2020

Nachtrag: die Ausdrucksformen in Sendungen konservativer Kommentatoren wie Tucker Carlson, welche ich eigentlich sehr schätze, werden derweil immer verzweifelter. An einer Stelle (siehe Zeitstempel im Video oben) wird sogar auf die Inszenierung einer Unterwerfungsgeste zurückgegriffen. Der Einspieler ist so gut wie gar nicht zu ertragen, zeigt aber dafür schön „auf“ in was für einer machtlosen Situation sich die politische Rechte in den USA momentan eigentlich befindet. Hinzu kommt, gerade bei seinem Sender Fox News, die (zweifellos mangels Verfügbarkeit anderer) ständige Wiederholung immer derselben Plünderungsszenen – das Publikum damit seinen propagandistischen „Groundhog Day“ erlebend.

Kommentar zu Honoratioren: ‚Ja, Jordan Peele hat mit seinen beiden Filmen „Get Out“ und „Us“ teilweise beeindruckend vor Augen geführt wie eine postrassistische Zukunft aussehen könnte, doch mit Blick auf die Vergangenheit ist diese Gegenwart noch lange nicht soweit: bereits

in den 80ern wurde im damaligen medialen Aushängeschild, der Cosby Show, die Bürgerrechtsbewegung historisiert: das war etwas von dem die Großeltern erzählt haben, thematisiert wurde noch die Apartheid weit weg in Südafrika, aber in den USA gab es scheinbar keinen Rassismus mehr – dafür gelebte Distanz.

Vermutlich genau so wie bei Nancy Reagan im Salon: diese Distanz ist in den letzten Jahren zwar glücklicher Weise vollends abhanden gekommen, aber dafür wurde damals selbst in der Sozialromantik im Kino oft genug umjubelt von Konflikten erzählt wo es immer wieder darum ging ja schön brav zu sein, dann wird es im Modus des „man“ zu „etwas“ gebracht, und „nur nicht kriminell“ zu werden.

Filme wie „Do The Right Thing“ (1989) waren voll davon.‘

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