Vor zweitem Xbox-Event

Heute am frühen Abend europäischer Zeit will Microsoft (nach dem Fokus auf Third-Parties im Mai) vor allem hauseigene Spiele zeigen. Neue Informationen zur Hardware sind unterdessen nicht zu erwarten, wobei einer der Xbox-Launch-Titel („Yakuza – Like A Dragon“, also „Yakuza 7“) seit vor ein paar Tagen auch auf Steam vorbestellbar ist. Beispielhaft für den Trend, welchen Microsoft angestoßen hat: sämtliche Titel werden wohl ebenfalls dort erscheinen. Ein genaues Datum dafür fehlt zwar noch, aber aus der Presse war der November zu vernehmen – viel spricht deshalb dafür, dass dann die ersten Geräte verfügbar sein werden. Dazu passt auch, dass Ubisoft das neue Assassin’s Creed auf diesen Monat verlegt hat – während „Watch Dogs Legion“ nun schon im Oktober erscheinen soll.

Im Einzelhandel wird zusätzlich zu einer Plakette für die neue Konsole „Xbox Series X“ nur noch das „One“ von den Verpackungen oben gestrichen: das neue Watch Dogs erscheint Ende Oktober aber anscheinend noch in der alten*, weshalb es dann noch keine neuen Konsolen geben wird.

Grundsätzlich bedeutet die neue Xbox eine Ausweitung der „Videospiele für alle“-Ideologie: Phil Spencer hatte sich zuletzt äußerst negativ über Exklusivtitel (von Sony) geäußert, worauf naturgemäß hymnische Kommentare der üblichen Verdächtigen Gewehr bei Fuß folgten. Sony hinkt hier ironischer Weise der politischen Korrektheit gewissermaßen hinterher: nach „Death Stranding“, das Kojima über 505 publizieren ließ, wird der erste „echte“ First-Party-Titel von Sony (Horizon – Zero Dawn) bald durch PlayStation Mobile veröffentlicht werden. Ein sicher nicht unlustiger Umstand.

„Death Stranding“ hat dabei zuletzt bewiesen, dass neue Assets nicht unbedingt notwendig sind um am PC dennoch beeindrucken zu können. Es reicht fortschrittliche Technik wie Deep Learning-Algorithmen oder ultrabreite Bildschirmmodi zu unterstützen: ich gehe davon aus, dass nächstes Jahr Titel wie das erste „The Last of Us“ folgen werden – der Kannibalisierung des Konsolenmarktes wird Sony über diese Dogmatik vermutlich dennoch nur zögerlich folgen wollen, obwohl sie ihr offensichtlich auch zustimmen.

Der Start der neuen Xbox wird dank „Smart Delivery“-Politik jedenfalls einem Soft-Launch entsprechen (nachdem er ursprünglich angeblich schon für den August angepeilt war, ohne dem Virus). All das ergibt durchaus einen Sinn: die neue Xbox entspricht vor allem einem stärkeren PC mit SSD – die Frage wird in erster Linie sein wann sie (trotzdem) die Xbox One-Konsolen aufgeben wollen und mit der neuen Technik somit erst durchstarten können… Nächstes Jahr ist damit jedoch sicher noch nicht zu rechnen.

* Nachtrag: ein kurz vor der Sendung veröffentlichter Trailer zeigte nun doch (wieder) die neue Verpackung.

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