Zur heutigen Veröffentlichung von „Cyberpunk 2077“

Mit Bezug auf „The Last of Us, Part II“ von Sony – und das Fazit zum Spiel „Cyberpunk 2077“ von Jörg Luibl. Auf Steam – nicht öffentlich: ‚Ich finde beides sind sehr gute Spiele und meine beide (Cyberpunk & TLOU), jedes auf seine ganz eigene Weise, auch in gewisser Hinsicht konservativ nennen zu können. Beide werden die Wahrnehmung des Mediums nachhaltig nicht verändern.
So Kontroversen sollten die Bewertungen insgesamt wirklich nicht belasten: zunächst dachte ich ja „Cyberpunk“ würde sogar verrissen werden, als „beleidigend“ etc., aber jetzt dominieren doch die außerordentlich positiven Wertungen. Sogar einer wie Jörg Luibl in Deutschland, der wieder seine Ressentiments gegen Diebstahl in Videospielen in seiner Rezension verbaut – beinahe sympathisch, den mag ich schon fast: was diese Welt gerade dringend braucht wäre ein gerüttelt Maß an Versöhnlichkeit und irgendwie spüre ich das bei den „Cyberpunk“-„Tests“ im Moment.

Hoffnungsvoll stimmt mich ebenfalls, dass ich im Vorfeld kaum etwas über Gibson & Co. diesbezüglich las – jetzt aber in gefühlt jeder zweiten Rezension irgendwas zu „Neuromancer“ lese. Ich war ja immer der Meinung, dass der Einkauf der „Cyberpunk“-Marke höchst unnötig gewesen ist – so zu tun als ob nur damit ein großes und geeignetes Cyberpunk-Spiel verwirklicht werden könnte. Und auf dieses andere Erbe wenigstens jetzt Bezug zu nehmen, das spricht für die Literalität in der Videospielwelt und überrascht mich positiv.‘ Nachlese

11. Dezember: ‚Ästhetisch empfand ich „Cyberpunk 2077“ im Vorfeld auch immer als absolute Nullnummer. Mittlerweile, also jetzt kurz vor Release, habe ich mich mit den sonnendurchtränkten Farben daraus allerdings angefreundet – mein Auto ist schließlich auch schon seit fünf Jahren gelb -, vielleicht bin ich vom Marketing aber auch nur manipuliert worden: habe nun sogar das Artbook bestellt, weil der handelsüblichen Verpackung – die im Vergleich zu „The Witcher“ (doch) ziemlich schäbig ausgefallen ist – keines beiliegt.
Und soweit ich weiß kann zumindest im kalifornischen Rollenspiel (Cyberpunk 2020) auch auf Konzernseite gespielt werden, also Kapitalismuskritik würde ich mir dort keine erwarten: dystopisch würde ich das gar nicht mehr nennen – es schwelgt eher in seiner Technik und deren Möglichkeiten.
Der Punk-Aspekt, die Attitüde, bleibt hier völlig oberflächlich – ein bisschen wie wenn eine Punk-Musikerin mit einem der reichsten Menschen der Welt verheiratet wäre.

„The Witcher III“ lässt sich schon ebenfalls wie „Skyrim“ spielen, nur habe ich mich auf der Xbox so nach über 100 Stunden in der Welt (und damit die Übersicht) verloren. Meine „Skyrim“-Spielstände auf der 360 sind dafür (wegen dem Speicherbedarf) fast unspielbar geworden – hat alles seine Vor- und Nachteile. Abgesehen von der Struktur eines „Death Stranding“, indem es praktisch nichts zu entdecken gibt, ist momentan „Assassin’s Creed – Valhalla“ der „Skyrim“-Erfahrung oberflächlich betrachtet ziemlich ähnlich (nur dass man dort ein Schiff samt Mannschaft hat, die aber auch weitgehend ignoriert werden kann).
Für meine Begriffe speist sich der Cyberpunk einerseits vom klassischen Film Noir, andererseits jener US-SF die schon sehr früh den augmentierten Menschen fantasierte (wie Frederik Pohl). Autoren wie Bruce Sterling hatten das dann vor allem zeitgemäß verpackt, aber ein Ausschlusskriterium ist für mich schon wenn eine Handlung überhaupt am helllichten Tag spielt.‘

15. Dezember: ‚Kann ich überhaupt nicht bestätigen: wer mit beiden Settings kein Problem hat wird alsbald feststellen, dass sich die Spiele wie ein Ei dem anderen gleichen. Fast wie bei „Dragon Age – Inquisition“ und „Mass Effect – Andromeda“: vom NPC-Verhalten bis hin zur Anordnung von Karte und Inventar in den Menüs. Daran ändern weder die Perspektive, noch die Fahrzeuge etwas. Besonders im Nomad-Intro schnell ersichtlich: ein Auto ersetzt hier vielfach Roach/Plötze, während die Struktur und das Sozialgefüge mit dem Dorf und dem Sheriff spontan an White Orchard/Weissgarten erinnert.
Grobe Schnitzer wie das schwebende Mädchen, das ich vor Jahren hier dokumentiert hatte https://www.youtube.com/watch?v=i5gFGNw7S0w&t=310s (und womöglich noch immer dort drin ist) sind mir hier bislang auch nicht untergekommen.

Und ich kann mir vorstellen, dass die „Schreibfehler“ sowohl beim Zollübergang (von der anderen Seite), als auch bei den Automaten die bei einer bestimmten Spielweise zunächst sehr auffallend sind und ich so noch in keinem Spiel erlebt habe, das heißt die Welt in erster Linie mit Müll „versorgen“, durchaus beabsichtigt sein könnten. Kann mir gut denken, dass das auf Umweltverschmutzung anspielen soll.
Würde ebenfalls zum grotesken bis zynischen Erscheinungsbild passen, ohne dabei die Grenze zur Satire zu überschreiten – analog zum „Zirkus der Werte“ (circus of values) in BioShock.
Glaube die Vorlage (das Rollenspiel von Mike Pondsmith) diesbezüglich völlig falsch eingeschätzt zu haben. Seit „Prey“ (2017) hat mich jedenfalls kein größeres Videospiel mehr so beeindruckt und positiv überrascht.

Ich hatte „nur“ eine (sehr gute) Mischung aus GTA und „Deus Ex“ erwartet, aber dafür einen würdigen Nachfolger zu „The Witcher III“ bekommen – einem Spiel dem ich zunächst sehr skeptisch gegenüber stand, das ich über die Jahre aber so lieb wie kaum ein zweites gewann.‘

18. Dezember. Comment: ‚I didn’t expect much and got away kind of impressed. For the most part, the detail is amazing. It’s certainly the most realized open world game yet.

The removal from PlayStation Store is ridiculous. Why was „Life of Black Tiger“ not removed? What about „Lichdom – Battlemage“ among other things?

Because nobody cared. Our age ist the age of the loud voices over any real substance.
Media is getting removed, banned, altered, censored, not released (like „Gamer Girl“) and overhauled (like „Mass Effect 3“) over the smallest complaints – but when no one notices them, even atrocities are continued getting sold. Attention seems to be everything these days.

Not tolerance but actual prejudice, bigotry, resentment and self-righteousness.All without reason and necessity, or an open mind for different opinions. And that offends me. Now I bought the physical PC release and ordered Xbox on discs. I guess it plays well without RTX on Series X in quality mode (30fps) – just as Digital Foundry said it would.

I’m looking forward to play with three male characters there: the problem with PS4 and PS5 is that they used the same specs for all three consoles (Pro included). Just with different frame rates but I’m not that much interested in high frame rates. I have an RTX 2070 Super laptop for that.So I hoped to play the game with adapted triggers on PS5, like „Borderlands 3“. Now I won’t.‘

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