Heiko Klinge: wer seine Texte liest ist selber Schuld

Heiko Klinge: das pralle Leben. Anfang/Mitte 40, das heißt (immer noch) jung, (auf den ersten Blick) kerngesund. Sportlich, absolut gutaussehend. Ein Bild von einem „Mann“. Der Traum einer jeden Schwiegermutter. Vom Verdienst ganz zu schweigen.

Nein. So jemand kann einfach kein „Opfer“ sein. Nicht diskriminiert werden. Er kann nur retten. Helfen. Andere beschützen. Mit leuchtendem Beispiel voran gehen.

Der edle Ritter sein.

Er ist „privilegiert“, hat also das Vorrecht inne. Er hat das „Recht“ Euch zu sagen was Ihr tun sollt – und lassen. „Tu das nicht!“ sagt er – wahrscheinlich. Oder wie sie in Engelland so sagen: „Don’t do that!“

Er kennt das „Gift“ der „Männlichkeit“ in und auswendig. Und hat stets eine Dosis vom Gegenmittel parat.

Ja, liebe Lesenden es gibt sie (weiterhin). Sie sind mitten unter uns: die edlen Ritter.

In der Mitte unserer wundervollen Gesellschaft. In der niemand mehr stigmatisiert wird, keine Person die nicht auch ausgegrenzt und verfolgt werden sollte – der Rechtsstaat in all unseren herrlichen Ländern mit ihren demokratischen Regierungen herrscht und die soziale Gerechtigkeit „für alle“ immer weiter ausgebreitet wird, niemand übersehen oder ignoriert, keine Personen wegen derer nicht zumindest der Kopf geschüttelt werden würde oder (trotz Pandemie) die Hand demonstrativ vors Gesicht gehalten.

Nein, es ist einfach „falsch“ #AfD zu twittern, oder #noUSK und #noBPjM.

Die AfD existiert einfach nicht. Nur „keine AfD“. Die AfD hat keinen Grund zu existieren – sie wurde 2017 nur von über fünf Millionen „bösen“ Menschen gewählt. Und ihr wollt doch die „guten“ sein!

„Richtig“ ist nur #noAfD, #USK und #BPjM. So wie es die „politische Bildung“ vorgibt: die USK und die BPjM sind doch die „Guten“. Vergesst das bloß nicht! Dort sitzen heutzutage überall die „richtigen“ Leute drin, die Videospiele – und Medien überhaupt – „verstehen“. Euch und Eure Kinder schützen.

Vor Hass, Schaden, Ausbeutung und Gewalt „bewahren“. Die guten vor den bösen, damit sie nicht „sozialethisch desorientiert“ werden und irgendwann nicht mehr zu den guten zählen. Also dazu. Zu „uns“. Und Euch… Ok, Ihr wisst was ich meine denn (noch) seid Ihr ja die Guten. Hoffentlich jedenfalls.

Und wer garantiert das alles? Die edlen Ritter selbstverständlich. Nicht die von der traurigen Gestalt: ganz im Gegenteil. Die Schönen, die Fröhlichen.

Die welche in ihrem Leben nicht einmal „schwurbeln“ könnten, keineswegs „quer“ oder „anders“ denken, sondern am besten überhaupt nicht (zu)viel (nach)“denken“ wenn sie so wunderbar empathisch, selbstkritisch und „reflektierend“ sind. Über sich und andere – das schadet nämlich nur – also anderes zu berücksichtigen.

Kann von der eigenen „Haltung“ und ihren „Werten“ nur ablenken. Nicht nur tschornalistisch.

Stattdessen würden sie Schachtelsätze nicht einmal „künstlich“ zusammenbringen – verwenden sie möglichst wenig Fremdworte -, drücken sie sich so einfach und verkürzt aus dass wirklich „alle“ auch „verstehen“ was sie meinen, wenn sie die Öffentlichkeit tagtäglich manipulieren.

Etwa damit, wenn Kreative jahrelang nur so getan haben als würden sie an einem Videospiel arbeiten: Ihr wollt doch nicht zu den Kriminellen zählen! Also unterlasst das bitte. Geht nach Hause!

Oder seht Euch den König damals an! Gut, er geriet mal etwas auf die schiefe Bahn, hat – davor und danach – zweifellos andere zum Ritter geschlagen, zur Tugend „ermächtigt“, aber das ändert doch nichts daran dass diese Gutes tun können. Darüber hinaus: acht Monate gehen auch vorbei. Und 375.000 Euro sind nicht soviel, wenn man „gut verdient“. Zumal bei jedem edlen Ritter der sich standhaft gegen seine Geschlechtsgenossen wehrt mit jedem Klick, den er mit seinen Heldentum lukriert, sich natürlich auch dem nächsten Bonus nähert – oder sogar einer weiteren Beförderung.

Kein edler Ritter hat Euch je dieses Spiel im Vorfeld schmackhaft gemacht. Das ist doch einfach nicht wahr. Und stellt Euch vor eine „starke Frau“ würde fürs Nichtstun Geld kassieren. Wer dagegen etwas hätte, kann doch nur misogyn sein – ein Fremdwort das aber natürlich kein Ritter der etwas auf sich hält je verwenden würde, ohne es vorher erklärt zu haben, sondern nur der böse böse Autor hier. Pfui!

Satire (c) 2021 Jürgen Mayer.

Really, don’t sound like everyone else.

Nachlese

Über pyri

PYRI / / (Pyri) / —— pyri. Steiermark/styria
Dieser Beitrag wurde unter "Kritik", Allgemein, Alltäglichkeiten, Almrausch-Urteile, Almrauschen, Alternative Lebensweisen, Arbeitswelt und Realismen, Denkanstöße, Der Mayer ging zur Presse..., Deutschland, Freiheiten, In eigener Sache, Kapitalistische Verschärfungen, Wirtschaft und Kulturelles, Wort zum Alltag abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.