Zwischen Schlaf und Ohnmacht: „Super Seducer 3“ doch vor Release auf Steam

„The Final Seduction“, der angeblich letzte Teil der ominösen „Super Seducer“-Reihe von „Pick-Up Artist“ Richard La Ruina dürfte in den nächsten Wochen doch noch bei Valve erscheinen.

Wie der (zugegebenermaßen tendenziell optimistisch wirkende) britische Autor heute Vormittag bekanntgab sei er sich dessen nun zu 95% sicher. Valve hätte jetzt im Detail mitgeteilt was dafür an seinem Spiel alles geändert werden bräuchte, das vor einem Jahr dem Vernehmen nach in Weißrussland entstand (also der letzten Diktatur Europas) nachdem seine Unternehmungen im Westen einhellig abgelehnt worden waren. Diese Veränderungen dürften nun vorgenommen werden.

Näher äußern möchte er sich diesbezüglich aus Rücksichtnahme auf die Befindlichkeiten von Valve jedoch (vorerst) nicht – auch wurden bislang keine konkreten Ideen präsentiert, ob darüber hinaus eine unzens(ur)ierte Veröffentlichung geplant sei oder erwartet werden darf. Alles hänge vorderhand an Steam (und dessen Wunschlisten ^^).

Die großen Konzerne Sony (PlayStation), Epic und GOG haben (wobei die Ablehnung durch Microsoft dabei wohl obligatorisch wäre) den Titel oder die gesamte Reihe allesamt bereits zurückgewiesen. Einzig zu einer (theoretisch immer noch) möglichen Veröffentlichung für Nintendo Switch hat sich La Ruina meines Wissens nach bislang nicht geäußert: Ende letzten Jahres posaunte er auf seinem praktisch einzigen Kommunikationskanal Twitter, dass die ersten beiden Teile im dritten Quartal Februar* dieses Jahres dort („Konsolen-exklusiv“, haha) erscheinen würden – die (westliche) Presse quittierte die Ankündigung gleich dementsprechend (Links erspare ich mir an dieser Stelle, eine erneute politische Kampagne dürfte im Herbst dann aber – also bei tatsächlicher Zustimmung von Seiten Nintendos – zweifellos zu erwarten sein: ähnlich wie zuletzt bei „Postal Redux“).

Vergleichbar mit den Bestimmungen zu sexuellen Inhalten bei Sony allgemein, bleiben jene von Valve bezüglich fotografischer Aufnahmen mit echten Menschen weiterhin größtenteils nicht nachvollziehbar: so erschien etwa im Herbst 2019 für die PlayStation „YU-NO: A girl who chants love at the bound of this world“, die Re-Imagination einer vormals pornografischen Visual Novel aus dem Jahr 1996. Der Titel wurde für die Konsolen dafür nur geringfügig symbolisch verändert, aber weder die Darstellung sexueller Interessen, das damit transportierte Frauenbild, noch der Themenkomplex „Lehrer-Schüler-Sex“ um Schutzbefohlene (dem mutmaßlich die VR-Reihe „Summer Lesson“ von Bandai Namco im Westen zum Opfer fiel) wurden dafür inhaltlich angetastet. Vielmehr scheinen Schilderungen diesbezüglich (weiterhin) frei zu sein und werden, abgesehen von expliziten Darstellungen, vor allem plakative Inszenierungen die geeignet für Skandalisierungen sind (neuerdings vom Inzest-Thema bis hin zu Vergewaltigungen) nach dem Motto „wer schreit, hat recht“ betroffen sein. Und weniger auffällige Werke, welche keinen Anforderungen der Aufmerksamkeitsspanne „sozialer Medien“ oder eines nunmehr vollends boulevardesk gewordenen „Qualitätsjournalismus“ genügen, dabei einfach leichter unter den Tisch fallen – das „soziale Bewusstsein“ nicht erfüllend – im Gegensatz zu den schrillen und glamourösen „sexistischen“ Spiele des Herrn La Ruina, welcher von der Presse gern als „Frauenheld“ und schlimmeres beschimpft wird.

Kommentar: ‚Looks like a LOT more censorship is needed to get a release then. I already wondered if the promotional material on the store page could still be representative of the content, or why they (Valve) even allowed all of that in the first place.
This is a very curious situation from a marketing standpoint alone: what does Valve allow exactly, and what not – regarding FMV sequences and so on.
Transparency-wise, at least the original script (with information what content was actually shot but not approved) has to be released to the public sometime somewhere somehow. Please!‘

Update: der Autor äußerte sich nun am Nachmittag noch einmal. Eine Policy von Valve hindere ihn sich über eine etwaige Vorgangsweise außerhalb von Steam (dort) zu äußern. Darüber hinaus würden die erwarteten bzw. geforderten Zensurmaßnahmen sinngemäß nicht (viel) stärker eingreifen als bei der Version welche Streamer schon jetzt verwenden.

Erfahrungsgemäß nehme ich an, dass es sich dann eher um die Entfernung von Inhaltsresten aus (eingereichten Software-)Packages drehen wird. So waren diese Reste nach der Etablierung der Rechtssicherheit für USK-geprüfte Videospiele in Deutschland nach 2003 auch nicht mehr möglich und Valve legt anscheinend ähnlich viel Wert auf „saubere“ Software-Pakete. So wie der Jugendschutz im (Retail, Online-)Handel sonst auch.

Andere „Entzensurierungen“ die über Angebote wie Dropbox oder WeTransfer geladen werden können, werden dort tatsächlich auch nicht „offiziell“ beworben, obwohl sie „offiziellen“ Ursprungs sind und von den Devs selbst außerhalb (über Patreon etc.) kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Es liegt dann an der Community auf diese Bereitstellungen innerhalb der Plattform Steam aufmerksam zu machen – auch dieser Werbeverzicht wiederum mit Vorgangsweisen im Jugendschutz zusammenhängen, wie sie seit fast zwanzig Jahren nunmehr beobachtet werden können.

Ich glaube nun schon ebenfalls, dass der Titel demnächst dort nachträglich erscheinen wird können. Da die (eigene) Produktion von fotografischem Material relativ aufwändig ist werden in Zukunft zwar nicht viele Spiele vor ähnliche Probleme gestellt werden, aber in letzter Konsequenz dürfte die vermeintliche Freizügigkeit der Plattform (in Hinblick auf animierte Inhalte) so oder so doch deutlich darunter leiden – und sei es nur als Hintergedanken (Schere) im Kopf mancher Kreativer.

*15. März: Korrektur. Für das dritte Quartal wurde sogar der drittel Teil auf der Switch damals angekündigt. Sieht so aus als ob nichts davon umsetzbar wäre und auch Nintendo alles abgelehnt hätte.

Über pyri

PYRI / / (Pyri) / —— pyri. Steiermark/styria
Dieser Beitrag wurde unter "Kritik", Alternative Lebensweisen, Arbeitswelt und Realismen, Denkanstöße, Der Mayer ging zur Presse..., Freiheiten, Materialismus, Wirtschaft und Kulturelles abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s