Breaking: neue Aktivität auf Steam

„Super Seducer 3“ (SS3): Handelsseite entfernt, daher keine verknüpften Aktivitäten und Wunschlisten-Einträge nicht mehr sichtbar. Eigene Aktivität: ‚Der Autor von SS3 hat sich nun (zusätzlich zum Hinweis auf Twitter) auch hier geäußert: https://steamcommunity.com/app/929660/discussions/0/3093383255713983563/
Ganz interessant. Erstmals (?) nennt er auch die ominöse Zahl seiner erreichten Wunschlisten-Einträge für den Titel: stattliche 61.000. Darüber hinaus verweist er auf die Größe der Produktion (als beispielhaft, wo es fraglich ist – sehe ich genau so – ob dieses Schicksal schon einem anderen Spiel widerfuhr), die Anzahl der vorgenommenen Übersetzungen (und dem internationalen Charakter des ganzen – vermutlich vor allem in Hinblick auf die Popularität im asiatischen Raum), sowie die Existenz einer offenbar bereits im Vorfeld und damit schon vor der analogen Steam-Eingabe angefertigten, später scheinbar auch für Steam nötig gewordenen, zensierten Version eigens für Twitch.

Mit Twitch als springendem Punkt und zweifellos zentralem Argument für das Spiel, zumal die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) sich nunmehr eben (auch) dafür verantwortlich zeichnet (Dank für den Hinweis) https://www.blm.de/infothek/pressemitteilungen/2021.cfm?object_ID=15193
Twitch hat „Super Seducer 3“ (in dieser, später auch bei Valve anscheinend eingereichten Fassung) nämlich akzeptiert. Die Inhalte werden teilweise offenbar auch von weiblichen Streamern transportiert und sind grundsätzlich filmähnlich, das heißt eine Unterscheidung zur Spiele-Form kann so eigentlich auch nicht angenommen werden.

Und das obwohl halt der erste Teil (am Anfang) 2018 ja auch mit der Amazon-Plattform Twitch noch massive Probleme hatte. Wie es überhaupt dazu gekommen ist, dass die Spiele dort akzeptiert wurden kann ich jedoch leider auch nicht kommunizieren.
Das Kommunikationsverhalten von Valve scheint jedenfalls wirklich unter aller Kanone: der dem Vernehmen nach heutzutage in Weißrussland lebende, britische Autor sei vor der Einstellung nicht einmal persönlich kontaktiert worden, nur sein Entwickler-Account informierte ihn (automatisch) darüber. Dafür sei ein „Plan B“ bereits vorhanden.‘ Nachlese – 1, 2.

20. März: ‚Diese uralten 2257-Geschichten aufzuwärmen (von Traci Lords bis Max Hardcore), wofür es wieder Ausnahmen für älteres Material gibt auf die da nicht eingegangen wird die aber wieder woanders nicht gelten, ist natürlich Unsinn. Nur der Autor halt auch ein eher shady character, obwohl er immer so freundlich tut: nicht das Ende seiner Unterhaltung mit Valve wäre interessant gewesen, sondern der Anfang. Denn irgendwann mal wurden da ja offenbar (diese) „Gesetze“ genannt – nur unter welchem Vorwand, das ist die Frage: ich sehe das so, dass Valve keine „sexuelle Bewegung“ (im Sinne von Motivation, den Fall von Jock Sturges und anderen) auf seiner Plattform haben möchte (das deutsche Äquivalent wäre vielleicht die „Posendarstellung“ bei Minderjährigen). Und die Szenen im Vorgänger waren diesbezüglich eher statisch (also wie Stillleben).

Amazon, Netflix und andere Videodienste ihre Inhalte in letzter Konsequenz anders koordinieren und deklarieren müssen – was Valve (aus verständliche Gründen) nicht tun will. Dass der Autor auf den „Vorwurf“ eher rüde reagiert hat jedoch verständlich: natürlich ist es verrückt anzunehmen, dass sein Titel (der wohl zu keinem Zeitpunkt „adult only“ sein sollte) „Pornographie“ wäre. Allerdings wird es eben auch nicht stimmen, dass die ganzen anderen Plattformen (bei Sony und Twitch am Anfang war das nachweislich kein Thema) deswegen abgelehnt hätten. Das war dort politisch im Sinne von Public Relation und wird es zweifellos auch hier sein.
In den USA sind viele Titel die Amazon verkauft etwa „unrated“, an die Compliances denkt dabei niemand. Ich verstehe Valve und weiß was sie meinen – Gesetz den Fall das nimmt Überhand.

Und bei den Compliances geht es vor allem um eine Dokumentationspflicht – wogegen in der Filmindustrie (für FMV-Sequenzen) allein schon die Standards für Datenschutz sprechen würden.
Also das können faktisch nur Ausreden sein womit sich Valve lächerlich macht, deshalb werden sie damit auch nicht „vorwärts kommen“ wie es im Englischen so heißt.
Interessant wäre eher welche Konsequenzen das grundsätzlich hat, ein vermeintlich super politisch korrektes Videospiel wie „The Last of Us, Part II“ (das es eigentlich gar nicht ist) mit üblichen Hollywood-Sexszenen als FMV-Spiel folglich unmöglich. Darüber hinaus stoppte Valve offenbar den Verkauf von Real-Filmen (ich hatte da vor ein paar Jahren sogar selbst welche ans Konto gebunden, den zugehörigen Player lagerten sie überhaupt aus), auch welche sexueller Natur wie „Nacktheit“ im Titel usw.

Da gab es Indies und Kooperationen mit großen Studios wie Lionsgate, wo am Ende Valve vermutlich ähnliche Forderungen erhob. Die werden sich auch gedacht haben: komplett „bonkers“.
Alles in allem wahrscheinlich äußerst seltsam, „nerdy“ oder so: Thema Big Tech und die Pubertät.

Und ich bin zwar nicht Brian De Palma (Redacted), aber der Titel welcher da am Ende auf Twitter (schlecht) „redigiert“ wurde ist übrigens „Five Dates“ von Wales Interactive – das offenbar als Maßstab genommen wurde, was aber nicht gelingen wird weil das komplett anders mit dem Thema „FMV Dating“ umgeht (habe ich seit dem letzten Jahr für die Xbox).

Von „Gamer Girl“ hatten die aber nur einen Trailer veröffentlicht der ähnlich negativ ankam wie „Super Seducer“, daraufhin das Projekt obwohl die FMV-Sequenzen und damit fast das gesamte Spiel schon fertig im Kasten gewesen sein werden, komplett zurückgezogen und (hoffentlich nicht) eingestampft.
Dass das alles nicht offen kommuniziert werden kann in der Brache (von allen Seiten jetzt) mindestens auch ein Problem.‘

‚Richard La Ruina hat sich heute Morgen noch einmal hier geäußert https://steamcommunity.com/app/929660/discussions/0/3093383255713983563/ Dabei ging er auch auf meine Anmerkung und Ideen ein – kein Wort allerdings zu Nintendo (ich hatte auf Twitter danach gefragt).
Nehme an „der Fall“ Nintendo ist noch in der Schwebe: Teil 1+2 sollten zum Valentinstag für die Switch erhältlich sein, Teil 3 (der jetzt hier verboten wurde) Ende letzten Jahres für den heurigen Spätsommer/Herbst auf der Switch angekündigt. Ich hatte das zunächst leider nicht richtig verstanden.

Erneut ganz interessant eigentlich: es scheint dort wieder ums große Geld oder gar keines zu gehen. Am Dienstag könne der Titel bereits woanders erscheinen (war wohl von langer Hand als Alternative geplant), aber er könnte auch gratis (oder überhaupt nicht) veröffentlicht werden weil das alles (sonst) natürlich nicht so lukrativ wäre. Das Schicksal des Titels soll über das Wochenende beschlossen werden: „Yes we sent 1.6m visitors to the store page with the understanding that Steam would work with us to publish the game….but we all know that big tech do what they like.“‚

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