Von „Never Alone“ zu „This Land Is My Land“

Reaktion auf Steam (nicht öffentlich): ‚Der Vorwurf kultureller Aneignung war damals zwar noch nicht so weit verbreitet wie heutzutage, aber es war nicht nur PR sondern es hatte schon seinen Grund weshalb „Never Alone“ (2014) seine Kooperation dann so sehr betont hat: doch wenn ich in Google Search das „E“-Wort eingebe und „Videospiel“ dazuschreibe wird mir dennoch der Wikipedia-Artikel an vierter Stelle angezeigt, obwohl das Wort darin überhaupt nicht vorkommt https://de.wikipedia.org/wiki/Never_Alone („Diskussion“ existiert gar keine). Also spekuliert Google trotz aller Moral mit meinem Rassismus.
Das Nachfolgespiel „Beyond Blue“ von E-Line tat übrigens dasselbe nur ohne ethnischen Hintergrund mit einer Öko-Message zur Welt der Ozeane. Gefällt mir ziemlich gut. In der Presse wurde es aber verrissen weil es zu wenig Spiel sei (und wohl zu viel Awareness-Building).

Ich war übrigens mal mit einem Künstler in einem Kurs, der lebte scheinbar diese traditionellen Fantasien und erzählte etwa wie er Leute an seinen „Marterpfahl“ bindet. Das war seine Idee von „Unterhaltung“.
Wie der auf solche Vorwürfe reagiert hätte? Keine Ahnung.
Erfahrungsgemäß war die Identifikation mit den „edlen Wilden“ in der Nachkriegszeit eher eine „kritische“ Reaktion auf den Rassismus ihrer Eltern: für ganze Generationen war Karl May dabei ihr einziger Kontakt zur populären Kultur – vor allem für jene die zu keinem Zeitpunkt in ihrem Leben je amerikanisiert wurden. Das ganze 20. Jahrhundert brachte hierzulande außer Karl May (aus dem 19. herübergerettet) nichts, aus Frankreich gab es wenigstens noch Asterix (ursprünglich von, ähem, Rolf Kauka vermarktet https://taz.de/Kuratorischer-Fehlschlag/!5388920/ ).

2019 wurde Ulrich Wiggers für Bad Segeberg engagiert. Voriges Jahr wurde wegen Corona daraus vorerst nichts. Sehen und abwarten was die nächsten Jahre diesbezüglich noch bringen werden.‘

Nachtrag 17. April: anlässlich des Tages der Erde am 22. April sind aktuell gerade zufälligerweise beide oben erwähnten Titel von E-Line Media für den PC (Microsoft Windows, „Never Alone“ auch für Mac und Linux) im Rahmen des „Down to Earth“-Bundles von Humble erhältlich. Die gewählte Charity kann während des Bezahlvorganges geändert werden.

Update: ‚Ich hab ja schon mal glaub ich erwähnt, dass ich mich frage wie relevant im Kontext die (eher wissenschaftliche) Zuschreibung „indigen“ auch wäre. Rechte haben ja bereits „autochthon“ vereinnahmt: im Deutschen wird für beide etwa die Übersetzung „eingeboren“ angeboten, aber in diesem Zusammenhang sprechen Identitäre – etwa bei ihrem „großen Austausch“ – nur von einer „autochthonen Bevölkerung“ und (ethnisch) keinen Indigenen. Das mag wiederum rassistische Gründe haben (um eine Assoziation mit traditionell beschriebenen indigenen Kulturen zu vermeiden, wobei die Ethnografie ja ebenfalls westlich geprägt ist – hatte mich früher mit Alfred L. Kroeber, dem Vater von Ursula Kroeber Le Guin und der Teilnehmenden Beobachtung beschäftigt, kann teilweise bei älteren Texten von mir bemerkt werden). Hier in Österreich hat die Zuschreibung „autochthon“ bei den Volksgruppen Tradition, etwa bezüglich der Südtirol-Problematik. Insgesamt finde ich den Themenkomplex schwierig.‘

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