Neues zur „Spiellänge“

Von meinen Aktivitäten auf Steam (nicht öffentlich): ‚Würde auch meinen, dass die Überflussgesellschaft zumindest eine Mitschuld trägt (ich denke da nur an Epic). Mache das mit den Sammelkarten ja selber – mit meinem Zweitkonto hier fast ausschließlich – wenn ich ein Spiel gratis oder als Dreingabe bekomme, das ich eher auf Konsole spiele oder vor allem nur mal ausprobieren wollte (wenn ich es schon für umsonst bekam). Die Ideologie dieses Journalismus finde ich jedoch grundsätzlich äußerst durchsichtig: dort gilt praktisch immer „weniger ist mehr“, werden durch die Bank reduktionistische Spiele gelobt, ausschließlich solche oder ansonsten welche die eine gerade genehme Agenda verfolgen. Dann können sie auch unendlich redundant sein, wie etwa 2013 „Blood Dragon“ im Verhältnis zu den übrigen „Far Cry“-Spielen. Empfehlenswert das (relativ kurze) Video von Face Full of Eyes dazu, das ich mir gestern bis zur Hälfte ansah, der den Titel zwar lobt aber indirekt eigentlich genau das dazu herausgefunden hat.

Ich habe ja auch noch Spielstände in Verwendung die weitaus älter als zwanzig Jahre sind. Teilweise funktionieren die eben noch, hier etwa bei „Outcast 1.1“ – mit „Baldur’s Gate“ von Beamdog kann es damit jedoch schon zu Problemen kommen. Auf bestimmten Plattformen deshalb auch lieber nochmal von vorn begonnen und vor ein paar Jahren beschlossen Titel die ich nach Jahren noch einmal neu kaufte (gerade für die Switch sammle) nur einmal komplett zu beenden oder völlig abzuschließen, wobei ich bei vielen – etwa „Cyberpunk 2077“ oder älteren „Final Fantasy“-Teilen – noch immer nicht so recht weiß wo das sein wird: teilweise habe ich die bislang parallel bis zu bestimmten Stellen jeweils gespielt. Wenn so ein Journalist ehrlich wäre mitteilen, dass die Anzahl der Neuentwicklungen in den letzten fünf bis zehn Jahren überhaupt massiv zurückgegangen ist und Neuauflagen zum Vollpreis längst keine Seltenheit mehr sind (aktuell etwa bei „Shin Megami Tensei“).
Allerdings fand ich jedoch schon „Resident Evil 4“ am Gamecube damals viel zu lang – das beschäftigte mich allein um die 30 Stunden, obwohl ich es – für meine Verhältnisse – relativ schnell durchspielte: den fünften Teil fand ich dann viel abwechslungsreicher, der war mir – trotz enormer DLCs – irgendwie immer noch zu schnell vorbei (obwohl er formal vermutlich noch weitaus länger war als der Vorgänger).

Bei RE8 bin ich auf der Xbox immer noch im Schloss von Lady Dimitrescu, dort zeichnet sich allerdings schon Backtracking ab (das ich ähnlich wie Fetch-Quests mag) und deshalb werde ich es wohl wie den fünften Teil auf der PS3 wahrnehmen, den ich sehr schätze (der – mit Abstand – mein liebstes „Resident Evil“ ist und den ich plane hier auf Steam irgendwann sogar noch mal durchzuspielen, zumal es da eine unglaubliche Problematik mit für jedes Konto individuellen und nicht übertragbaren Spielständen gibt: die zentralen Zusatzfunktionen funktionieren erst sobald der Titel einmal durchgespielt wurde, eine andere Möglichkeit existiert nicht – kann in den zugehörigen Community-Foren herausgefunden werden).

Das hoch gelobte RE7 mochte ich dafür überhaupt nicht und da muss ich mich auf der PS4 regelrecht quälen das weiter zu spielen: neu beginnen würde ich das auf gar keinen Fall. Es kommt halt auf den Gusto an: auf der PS5 spiele ich gerade auch „The Last of Us, Part II“ weiter. Da bin ich jetzt erst im 23. Kapitel (von über 35 glaub ich) und habe bereits 38 Stunden damit zugebracht. Also da würde ich auch zustimmen: das ist viel zu sehr in die Länge gezogen, die Erzählung unterschiedlich dicht. Teilweise eine wahre Sternstunde für das Medium (konservativ zur Mutterschaft, aber dafür mit Frauen in echten Männerrollen und nicht nur ausgestattet mit Männergewalt – so wie noch bei Teil 1), an anderen Stellen wieder unglaublich redundante Kämpfe (selbst am einfachsten Schwierigkeitsgrad iterativ und damit nervig für mich).

Hinzu kommt, dass die Abschnitte zwischen Kampf und Erkundung wenigstens meistens dramaturgisch viel zu sichtbar getrennt voneinander behandelt werden – der Titel vermeidet zwar „Tropen“ im angloamerikanischen Sinn, weist dafür aber ständig Topoi linearer Spiele auf wo alles immer so arrangiert erscheint, dass genau ein einziger Weg durch die Spielwelt möglich wird. Da habe ich mich jetzt schon mehrmals gefragt, zumal eine männliche Nebenfigur stark an „The Walking Dead“ erinnert, ob „The Last of Us, Part II“ nicht eine (noch) bessere Fernsehserie gewesen wäre.

Wobei die Popularität dieses Mediums, also der Fernsehserie inklusive „Binge-Watching“ etc., ja eigentlich dem Motto „Spiele sind zu lang“ ebenfalls widerspricht: meinem Eindruck und meiner Erfahrung nach beginnen die Leute mit Spielen nach kurzer Zeit schon wieder von vorn, auch weil sie eher nicht allzu sorgsam mit ihren Spielständen umgehen – oder spielen sie wenn, dann mehrmals durch. Auch abzulesen anhand der Statistiken zu Trophäen und Achievements, dass sich eher nicht die Mühe gemacht wird Dinge zu erreichen die nur etwas mehr Ausdauer erfordern würden (aber nicht unbedingt besondere „Fähigkeiten“).‘ Nachlese zu „Mass Effect“.

Über pyri

PYRI / / (Pyri) / —— pyri. Steiermark/styria
Dieser Beitrag wurde unter "Kritik", Alternative Lebensweisen, Arbeitswelt und Realismen, Österreich, BärInnendienste, Chauvis, Denkanstöße, Die Welt wird auf der Erde verteidigt, Freiheiten, In eigener Sache, Kapitalistische Verschärfungen, Materialismus, Retrospektiven, Wirtschaft und Kulturelles abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s