Neuer Kommentar #3

Wieder bei der Filmanalyse: ‚Seit ich sie erst heuer früher im Jahr entdeckt hatte, schätze ich die Filmanalyse für gewöhnlich auch weil sie sich mir nicht um die üblichen „Spoiler-Warnungen“ zu kümmern scheint und Filme so bespricht wie sie meiner Meinung nach auch besprochen werden sollten, nämlich ohne Rücksicht auf ihren nachmalig potentiellen Unterhaltungswert zu nehmen und damit auch etwas über den eigentlichen Inhalt eines Films erzählt werden darf (!). Ich habe seitdem auch schon einige ältere Filmanalysen nachgeholt, aber diese hier erstmalig nicht verstanden – vor allem nicht wegen dem Titel: woran soll dieser Film nun „gescheitert“ sein? An seiner eigenen Emotionalität (im Gegensatz zu den Vorgängern)?

Selbst die „Kritik“ am Film als solches hält sich hier auffallend zurück – wenn eine eher indifferente Position dazu eingenommen werden möchte, dann sollte diese so meine ich der Ehrlichkeit halber auch mitgeteilt werden: ich habe mir in meinem Leben den Satz des Scheiterns als Chance von Christoph Schlingensief verinnerlicht, deshalb verstehe ich den Titel hier auch bewusst genau so, das heißt habe meinetwegen nichts dagegen (gegen das Scheitern).

Mir scheint hier doch einiges verschwiegen zu werden (auf Rücksicht auf das Publikum des Films). Welche Rolle nimmt dieser von Neil Patrick Harris gespielte Antagonist nun ein, das heißt wie sieht sein Verhältnis zu den Maschinen aus? Soweit ich mich erinnere ist die „Realität“ in der „Matrix“ doch höchst banal: die Menschheit wird als Haufen intubierter Personen beschrieben, die sich irgendwo im Weltall in einer Art Raumschiff befinden (aufhalten). Da gibt es kein Mysterium (und vermutlich erst Recht keinen Ausweg, also ironischer Weise genauso wie bei Baudrillard der als Kulturpessimist anders diesen Hollywoodfilm dann nicht verstanden hätte).

Deshalb fand ich persönlich vor zwanzig Jahren diese vulgäre Dialektik der „Matrix“-Filme auch wesentlich erträglicher als die infantile Politik der Verfilmung von „V wie Vendetta“ als Quasi-Nachfolge – die in der Rezeption, siehe Anonymous, nun wirklich verhängnisvoll gewesen ist: die Menschen hatten sich am Ende der ursprünglichen Trilogie doch freiwillig zurück in die Illusion (aus Sicht eines Realisten wie Haneke also zurück in die „Lüge“) begeben, oder irre ich mich da? Auch die traditionelle Pointierung auf sehen/schauen funktioniert hier erstmalig für mich nicht.

Und deshalb vielleicht die schlechteste Analyse welche hier existiert. Im Übrigen war ich vorhin enttäuscht, dass ich keine Besprechung (Filmanalyse) von „Freaks“ (2018) vorfand. Bis ich heute diesen kanadischen Independentfilm sah war ich nämlich der Meinung, dass sich der Film-Reflexionsgrad zum Thema der US-Superhelden im nordamerikanischen Kino bei der Empfehlung von James Gunn für Hollywood, „Super“ von 2010, erschöpft: für einen Kanal der sich so sehr am Bild des US-amerikanischen Superhelden abarbeitet ist „Freaks“ (2018) aus meiner Sicht unverzichtbar, so schrecklich emotionalisiert die Sichtung wiederum empfunden werden mag (der Film ist nämlich ziemlich sentimental), wäre für das Bild welches der Kanal zum Gegenwartskino abgibt vielleicht noch wichtiger als endlich „Titane“ (2021) anzugehen.‘

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