Neuer Kommentar zu Microsoft und Videospielen

Beim Standard: ‚Für Traditionelle ist wohl nicht ganz ersichtlich für wen MS diese Übernahme tätigt: Activision verfügt über Marken die bis zu 45 Jahre alt sind. Sogar Zork, das erste Computerspiel mit einigem künstlerischen Wert, befindet sich dort: nur machten sie

zuletzt fast nichts draus.
Und falls doch wird nach einem kommerziellen Fehlschlag wie 2015 „King’s Quest“ sofort jede weitere Entwicklung eingestellt oder werden die Leute, wie letztes Jahr nach „Crash Bandicoot“ oder wie vernommen werden kann nun bei „Tony Hawk“, dazu verdonnert bei COD (Warzone) mitzuhelfen: alles „konsolidiert“ sich auf wenige Titel und das Metaverse will wenn, dann überall präsent sein und gratis. Die Mitteilung der Gaming-Sparte (Xbox) betont dabei den Blizzard-Arm des Konzerns, das heißt vor allem eigene Dienste für den PC.

Das Xbox-Abo braucht jedoch Vielfalt und Exklusivität die sonst etwas kosten würde (mehr als nur alte CODs): ich glaube deshalb nicht, dass der Xbox-Chef da im Konzern viel mitzureden haben wird.‘ Nachschau – die Doku von Microsoft zum 20-jährigen Xbox-Jubiläum zeigte viele Köche mit höchst unterschiedlichen Interessen um die Jahrtausendwende am Werk: Microsoft ist noch lange nicht gleich Microsoft – ob sich da (seitdem) viel verändert hat? Anders als bei Sony die PlayStation wird die Xbox-Sparte durch die Übernahme bei Microsoft keineswegs (gleich) dominant und die jüngste (vorübergehende) Abschaltung des EntwicklerInnen-Modus auf den Xbox-Konsolen lässt breit geteiltes Wissen auch nicht unbedingt vermuten, wobei das vielzitierte Metaverse sowieso noch lange Zeit brauchen wird bis es sich irgendwie etabliert hat – welche strategische Planung mit (zu)viel Geld auch immer dahinterstecken mag: drei Riesenkonzerne bleiben im Westen dadurch jedenfalls noch übrig (Ubisoft, Electronic Arts und Take-Two)…

Nachtrag (auf Steam, nicht öffentlich): ‚Ich glaube sogar, dass es in erster Linie um „Candy Crush“ und eben „Warzone“ gehen wird: allein CC soll regelmäßig über eine Milliarde in die Kassen spülen – traditionelle Videospiele können da überhaupt nicht mehr mithalten. Und „Vanguard“ kostet auf der PS5 80 Euro, wenn ich es aber starte werde ich fast genötigt „Warzone“ zu laden – obwohl dafür gar keine native App existiert (!). Dem Marketing interessiert beinahe nur mehr das Gratisspiel: so haben sich die jährlichen Vollpreis-Veröffentlichungen praktisch schon von selbst überlebt.

Wobei Activision dabei ja ähnlich vorging wie Ubisoft mit seinen vielen Studio-Neugründungen (war zuletzt ganz überrascht wer alles an „Far Cry 6“ beteiligt gewesen ist), nur dass es sich bei denen eigentlich um Traditionsteams handelte – Beenox entwickelte früher aus meiner Sicht massiv unterschätzte Spider-Man-Titel, oder „Transformers“. Von Raven Software ganz zu schweigen. Dass Microsoft die jetzt alle eigenständig reaktiviert und teilweise zu alter Größe zurückführt wäre zwar schön, halte ich aber für unwahrscheinlich – das Defizit an Teams gegenüber Sony haben sie wohl auch ohne Activision schon wieder wett gemacht. Ich glaube jedenfalls, dass es bald kein neues COD mehr geben wird – nur mehr „Warzone“ und Mobile. Und die Blizzard-Titel halte ich bis auf „Diablo“ auch nicht für Game Pass-kompatibel:

„Overwatch“ sehe ich tendenziell ebenfalls als in der Zukunft potentielles Gratisspiel und WOW in ein neues Abo zu integrieren kann ich mir nicht wirklich vorstellen, zumal das alte eigene Abo-Modell auch bei FF XIV zu funktionieren scheint. Die Xbox bleibt da aus meiner Sicht überall außen vor – der Game Pass kann so nur mit Katalogtiteln befüllt werden. Da wird es zunächst einmal zu einer wahren Spieleflut kommen, ähnlich wie nach der Zenimax-Übernahme, aber das war es dann: Activision hat wirklich nicht mehr viele traditionelle Videospiele entwickeln lassen. Bei Bethesda steht heuer noch „Ghostwire – Tokyo“ für die PS5 an, aber abgesehen vom COD-Vertrag bei Sony seit 2015 (den Sony kaum mehr kommuniziert hat) stehen da etwa schonmal keine Altlasten mehr an auf die MS Rücksicht nehmen bräuchte. Nur Neuentwicklungen sehe ich halt auch keine, außer jenen drei CODs die seit genau zehn Jahren (2012) für die jährlichen Veröffentlichungen ständig in Entwicklung seien.‘

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