Wahnsinn und wenig Hoffnung

Die Generalmobilmachung in der Ukraine legt nahe, dass Männer im wehrfähigen Alter daran gehindert werden das Land zu verlassen. Männliche Personen die ukrainische Staatsbürger sind dürften im Alter zwischen 18 und 60 Jahren laut einer dpa-Meldung demnach das Land nicht verlassen.

Das widerspricht sich zumindest teilweise mit Bildern welche die freundliche Aufnahme Geflüchteter in Polen zeigen, aber auch mit dem Fokus den rechte Medien wie die Junge Freiheit in Deutschland bereits gestern in abscheulicher Weise auf Geflüchtete legten.

Sollten diese Männer tatsächlich zum sinnlosen Kampf gegen die russischen Streitkräfte in der Ukraine gezwungen werden wäre dies besonders verwerflich.

Unterdessen lässt die Türkei russische Schiffe weiterhin durch die Meerengen zum Schwarzen Meer passieren – was vorerst die Hoffnung nährt, dass die NATO in den Konflikt nicht weiter hineingezogen wird. Und der russische Außenminister hat in einer Pressekonferenz am Vormittag einmal mehr keine Besetzung der (Gesamt-)Ukraine in Aussicht gestellt: welche Absichten Russland in der Ukraine tatsächlich verfolgt bleibt freilich unklar. Ein großangelegter Angriff auf die Hauptstadt schien in der Nacht zwar ausgeblieben zu sein, aber ganze Häuserblöcke wurden dennoch zerstört. Von hunderten toten Zivilisten ist die Rede. Selbst ich komme so nicht mehr darum herum von Krieg zu sprechen: der Krieg in Europa geht durch Mark und Bein, während die in mir gefühlte Verantwortungslosigkeit sich gegen diese Übermacht stellen zu wollen und damit noch mehr Blut zu vergießen immer größer wird.

Alles deutet daraufhin, dass bei Nicht-Anerkennung der ukrainischen Regierung als demokratisch legitimiert ein Regimewechsel in der Ukraine bevorsteht. Doch wie soll es danach weitergehen? Ein neuer Kalter Krieg ist im Zeitalter sozialer Medien konkret völlig undenkbar: im kalten Krieg wurde auf beiden Seiten zentral auf Desinformation gesetzt. Sollte es zu einem Zwischenfall gekommen sein indem etwa eine Seite einen Flugkörper abgeschossen hat, wurde die Existenz eben dieses von der anderen geleugnet und die Frontstellung konnte ohne weitere Kampfhandlungen ungehindert weitergehen: die Informationsgesellschaft der Gegenwart verhindert dies nun.

Besonders obszön im Westen: das Schweigen von zuletzt immer populärer gewordenen Schreihälsen wie Russel Brand zu den Vorgängen in der Ukraine, welche sich von der US-Politik bis Covid-19 (trotz der einen oder anderen Verschwörungstheorie im Hintergrund) als verdienstvolle Mittler zwischen linken und rechten Positionen in Szene setzten, aber offenbar nicht in der Lage sind mit ihren (Privat-)Redaktionen für ihr nunmehr größtenteils neurechtes Publikum Informationen in dieser weltbewegenden Sache auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und sich stattdessen lieber weiterhin an Figuren wie Justin Trudeau als neuem Feindbild abarbeiten. Das Schicksal der Welt geht an ihnen demnach einfach vorbei: sie haben in dieser Situation jede Glaubwürdigkeit verspielt, verloren und keinerlei Vertrauen mehr verdient. Vor ihnen kann an dieser Stelle nur mehr gewarnt werden.

Comment: „What? There’s a war in Europe going on right now. And you’re talking about exactly what?

You may have been in favor of Brexit but Europe is still your continent. Anyone who listens to this crap should be ashamed of themselves. Reported.“

Zwischen den westlichen Medien und der russischen Propaganda scheinbar keine Alternative zu geben.

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