Neutralität und Deeskalation!

Replik/Kommentar: ‚Das ist eine Maßnahme welche die russische Zentralbank als Reaktion gegen (!) die Ausschlüsse/Sanktionen/Einschränkungen des Westens – auf dem „ökonomischen Sektor“ wie Putin sagt – vorgenommen hat. Das zweite und (voraussichtlich) letzte Mal, dass ich hier etwas schreibe:

(…)

Nein. Wäre sie (auch) nicht.
Gut möglich dass Moskau usw. im Fall der Fälle völlig verschont bliebe: im schlimmsten Fall wird sogar genau damit spekuliert, wenn – wie es schon im Herbst 2018 geheißen hat – Russen in den „Himmel“ fahren, aber alle anderen sterben würden etc. Die verbliebenen Möglichkeiten (maßlos) überschätzt werden: es ist leider nicht einmal klar ob dementsprechend technische (!) Voraussetzungen für diese Doktrinen, politischen Schlagworten wie „balance of power“, überhaupt geschaffen wurden: ein russischer Angriff auf Westeuropa kann dahingehend völlig überraschend erfolgen, da scheinbar niemand damit (ernsthaft) rechnet. Und da (vorerst) Stück für Stück, ein Schritt nach dem anderen, vorgegangen wird, kann es ebenfalls möglich sein, dass noch ein „Warnschuss“ nach einem relativ unbewohnten Gebiet, wie etwa in Australien oder Kanada, erfolgt. Ich denke Russland verfügt selbst über diese Kapazitäten.
Die Fehler wurden in den späten 1990er Jahren begangen, als Putin die Macht von Jelzin übernommen hat und dieser von der internationalen Gemeinschaft mehr oder weniger freundlich aufgenommen wurde: die russische Wirtschaft personell mit der Zeit sogar zu einem „schönen“ Alterspolster für europäische Spitzenpolitiker wurde (bis auf eine Österreicherin soweit ich weiß alles Männer). Jetzt ist es zu spät.
Es wurde sich hier ein Monster herangezüchtet das nun mit jeder weiteren Sanktion, Widerrede, Beschränkung und Waffenlieferung noch mehr gefüttert wird. Dabei immer noch so getan, von allen NATO-Staaten mit Ausnahme Ungarns und vielleicht der Türkei, es gäbe nichts als rationale Mittel dem Unheil zu begegnen: im Hintergrund die Sammelpartei mit einer lauten Scheinopposition aber marginalisierten echten, ein System scheinbar ohne jede Form der „checks and balances“ wo im Vergleich selbst die chinesische Diktatur beruhigend wirkt. Mit dem einzigen Zweck den Präsidenten „anzuspornen“, zu immer mehr „Höchstleistungen“ zu motivieren. Damals wurden Leute wie Schirinowski zum Gespött im Westen, heute dieser Wahnsinn bittere Realität: wäre wünschenswert wenn jemand wirklich nur ein „bisschen“ verrückt sein könnte. Was nun geboten wäre weder „Appeasement“ zu nennen, noch „Egoismus“, der Rückzug auf ein „Selbst“ oder gar „feige“.
Mit „Stärke“ aufzutreten und ein für allemal für „Sicherheit“ zu sorgen – mit Kraft zugeschlagen, kann dann werden, wenn die wahrhaft negative „Gefahr“ einmal vorüber wäre! Irgendwann später, wenn die Welt dann noch stehen sollte. Jetzt ist dafür alles andere als der geeignete Moment.
Mutig gelte es nun eine glaubwürdige Kulisse aufzubauen in der nur ein Hoffen auf Milde, eine Bitte um Mäßigung und ja, auch ein Winseln um Gnade einzig sinnvoll erscheint: immer wieder zu fordern die Waffen niederzulegen und sich (als Ergebnis) endlich zu ergeben. Das Gebiet der Menschenwürde wurde dabei längst einseitig verlassen. Doch das Gegenteil leider der Fall: stattdessen eine westliche Provokation nach der anderen, eine ungeheuerliche Zuspitzung folgt auf die vorherige.
Aus meiner Sicht war bereits der Angriff auf die Ukraine am Morgen des 24. ein Ende, etwas Undenkbares in Europa. Seitdem mit Vernunft eigentlich nur mehr jeden Tag, jede Stunde, jeden Augenblick der Weltuntergang zu erwarten. Alles andere halte ich völlig ernsthaft für illusorisch und zutiefst verantwortungslos.

(…) Ich tue mir schon mit „Nuclear War“ am Amiga schwer, obwohl das eine Satire ist. Hinzu kommt, dass ich als Kind wohl zu früh den Fernsehfilm „The Day After“ von Nicholas Meyer gesehen habe – dessen Gefahr zu Zeiten von Glasnost und Perestroika aber nicht einmal mehr allzu real gewesen ist.

(…)

Ja, dass das Land regelrecht von allen Seiten überfallen wurde und Russland von seinen ganzen Forderungen keinen Millimeter abweicht ist mit das Beunruhigendste für mich. Ich ging jedenfalls davon aus, dass es zumindest weitgehend bei der Donbass-Region bleiben wird. Hinzu kommt, dass heute Mittag bei der ZEIT kurz etwas davon stand, dass die deutschen Waffenlieferungen als „feindselig“ bezeichnet wurden – was gleich wieder verschwand. Das war der Auslöser für meinen zweiten Kommentar hier. Auf keine NATO-Osterweiterung wurde bislang auch nur ansatzweise so reagiert, also diese „rote Linie“ kann für mich praktisch nur auf Irrationalität im Handeln hindeuten – noch dazu, da eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine nun wirklich kein Thema ist.

(…)
Entschuldigung bitte, mir war nicht bewusst dass ich damit schon gegen Forenregeln verstoßen habe: wenn ich allerdings zitiert werde lege ich Wert darauf, dass mir nicht etwas ganz anderes unterstellt wird als was ich schrieb – zumal ich meine Worte stets sehr mit Bedacht wähle.
Ich habe nicht geschrieben, dass ich vom Weltuntergang „überzeugt“ wäre, schon gar nicht „vollkommen“, sondern dass ich mit Vernunft eigentlich nur mehr den Weltuntergang erwarten kann – also eine Erwartungshaltung damit zum Ausdruck gebracht. Das ist ein Unterschied. Ich gebe zu, dass ich kein Optimist bin und an das Schicksal glaube: ja Frieden ist etwas nicht Selbstverständliches für mich. Und Frieden in dieser Situation, die ich im Laufe des Tages als zunehmend aussichtslos erachtete, käme einem Wunder für mich gleich. Hinzu kommt, dass mich die Situation emotional sehr belastet und ich mich dabei ertappe wie ich mich von meiner Gefühlslage leiten lasse – einen Grund mich deshalb (etwa auch selbst) zu pathologischeren sehe ich deswegen aber noch lange nicht: ungesund bleibt für mich vor allem der Krieg in Europa und die Gefahr, dass sich dieser (noch weiter) ausbreitet.
Überzeugt bin ich jedoch eher davon, dass sich mein Gemütszustand wieder bessern wird wenn sich diese Gefahr legt – die ich eben als real empfinde. Um eine nebulöse Sorge wie „Angst vor einer ungewissen Zukunft, Krieg usw.“ handelt es sich dabei allerdings auch nicht. Da ich mit dieser Antwort jedoch erneut Unmut auf mich ziehen weder, zumal ich mit Widerspruch gegenüber den „Podcastern“ wahrscheinlich gegen eine Regel verstoßen habe die mir sogar bekannt war, möchte ich nur noch versichern dass ich hier nicht noch ein viertes Mal schreiben werde. Rational Irrationalität zu „indizieren“ meine ich, kann darüber hinaus keinesfalls „valide“ sein (wenn schon dieses szientistische Wortwahl) und empfinde ich höchst widersprüchlich.
Sowie einmal mehr feststellen, dass für Menschen wie mich, meine Semantik und ein Menschenbild wie das meinige hier sowieso kein Platz wäre und ich (wie üblich) ein weiteres Engagement schon allein mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kann. Danke.‘

Beim Standard: ‚Auch ich

habe einen Eid geleistet und das Verhalten war dermaßen unerträglich, dass es mir schon nach wenigen Sekunden eiskalt den Rücken runter lief was da an eingebildetem „Mut“ und gefühlter Verantwortungslosigkeit diese neoliberale Politikerin so äußerte – ich die Sendung keinesfalls mehr weitersehen konnte. Für diese „merkwürdigen“ Aussagen des ehemaligen Bundespräsidenten bin ich so jedoch dennoch dankbar, obwohl ich sie nicht mehr mitbekam: ich möchte nicht einmal den Namen der Abgeordneten hier hinschreiben, wenn ich daran denke wie sehr dadurch Österreich und seine Neutralität gefährdet wird. Unter dem Deckmantel der „Empathie“: als wäre die Überzeugung ein Spiel und würde wirklich „nur“ einen Krieg beim Nachbarn unseres Nachbarn betreffen.‘

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