(Wieder) die (deutsche) USK und das „Glücksspiel“

Kommentar (nicht öffentlich, zur – jüngsten – Stellungnahme über „In-Game-Käufe“): ‚Also ich habe meine österreichische PS5-Version von „NBA 2K22“ hier jetzt extra aufgemacht und da ist eine Disc mit grünem USK-12-Aufdruck drin. Amazon.de kennt auch nichts anderes https://www.amazon.de/NBA-2K22-Amazon-Standard-Plus/dp/B09979LSBH/ und die USK-Datenbank (bezogen auf die anderen Versionen) gleich schon gar nicht: ich finde die Diskrepanz zur PEGI (mit Blick auf meine Außenverpackung frei ab drei Jahren) so groß genug. Und gut, dass sich die USK von diesem aktionistischen Populismus (vorerst) nicht komplett einschüchtern lässt, wobei Glücksspiel deshalb korrekter Weise sogar apostrophiert werden muss (ein seltener muss-Satz von mir) weil es sich formal nun einmal nicht um (mehr oder weniger streng) reguliertes Glücksspiel dabei handelt.

Allerdings ist für die eigentliche Glücksspielindustrie „gaming“ erfahrugsgemäß immer (selbstbezogenes) Glücksspiel, da „gambling“ dort als begriffliche Abwertung empfunden wird (musste ich auch erst schmerzhaft lernen). Nur am Dilemma in dem sich die USK diesbzezüglich befindet ändert sich freilich nichts: die Freiwilligen Selbstkontrollen regulieren ja „depictions“, also Darstellungen und hier wird folgerichtig weiterhin so getan als würde es sich „nur“ um Darstellungen von Glücksspiel handeln und den Leuten nicht wirklich das Geld aus der Tasche gezogen werden was daran liegt, dass es sich bei einer der Voraussetzungen für „echtes“ Glücksspiel nach wie vor um die (geringe) Chance auf reale Geldgewinne handelt – was hier ja komplett wegfällt (hier können die Leute tatsächlich, das heißt in der Wirklichkeit, nur ärmer werden): das sollte die USK kommunizieren.

Das betrifft aber auch andere Branchen (ich kenne da mindestens noch ein Beispiel das sogar noch viel schlimmer wäre als NBA2K und das will schon was heißen) und das (Gewerbe-)Treiben auf etwa sozialen Ereignissen („Events“) wie Kirmes-Veranstaltungen (Jahrmärkten, Kirtage hierzulande) um Glücksspiel das auch kein solches wäre weil es nur Sachpreise zu gewinnen gibt (japanische Verhältnisse lassen grüßen). Jedoch werden diese Infos weder Herrn Böhmermann zufrieden stellen, ich nehme an dass es dabei wieder um Herrn Böhmermann geht und dieser noch immer mit der ZDF-Sendung zu assoziieren ist, noch Kinder und Jugendliche adäquat vor derlei Ausbeutung schützen – deshalb eindeutig die Politik gefordert.

Darüber hinaus kann ich mich so wie vor genau zehn Jahren nur fragen weshalb es nur diese Glücksspiel-Mechaniken sein sollen die problematisch wären, und nicht ebenfalls wenn 2K in seinen NBA-Spielen, so wie damals geschehen und womöglich (nebenbei) immer noch der Fall, für singuläre „Produkte“ wie virtuelle Juwelen sich an deren Realpreis annäherte.‘ Nachlese 2012

Leseempfehlung: Artikel „Die Sache mit dem Fetisch“ von Sabine Nuss (2017, zum einst bevorstehenden Marx-Jahr 2018)

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