Wieder über Erinnerungskultur in Games

Und Repräsentation. Im VDVC-Forum. Zum Text „Hinterm Hakenkreuz verschanzt“: ‚So löblich die politische Stoßrichtung dieses Beitrags ist, so komplett daneben muss ich ihn leider auch finden (im Sinne von an der Sache vorbei):
1. ist „Attentat 1942“ eine tschechische Produktion und game jetzt DER deutsche Verband. Und dieser fühlt sich da wohl eindeutig eben nicht zuständig. Wobei: so ein Branchenverband soll in erster Linie die Interessen der Industrie in Deutschland vertreten und diese tangiert ein „Attentat 1942“ vielleicht nicht einmal (ansatzweise). Ich kenne das Spiel persönlich zwar immer noch kaum, sondern habe erst jetzt im Sale diese Woche vor es endlich wenigstens zu „kaufen“, schämte mich aber ja schon, dass daran eine tschechische und keine deutsche oder österreichische Universität beteiligt war – das hat aber, siehe meinen 3. und letzten Punkt, vielleicht auch noch ganz andere, wesentlich brisantere Gründe. Böse formuliert könnte jedoch noch angemerkt werden, dass „Attentat 1942“ tschechische Erinnerungskultur wäre, und keine deutsche (oder österreichische).

2. finde ich es noch immer mehr als zweifelhaft, ob dieser „Bundesfighter“ überhaupt als Videospiel im traditionellen Sinne wahrgenommen wurde. Ich sehe eigentlich keinen Grund für diese Annahme: auch hier gilt, dass die Verantwortlichen zwischen Medienkunst und (Polit-)Marketing ihr Werk kaum als Unterhaltungssoftware ansehen werden, sondern eher „nur“ als Karikatur. Und als solche könnte sie nicht nur Politikbilder karikiert haben, sondern auch das Videospiel als Medium parodiert.
Schon in den Neunzigern hat ein „Dunkle Schatten“ halt auch kein Aufsehen erregt, weil es mit einem entsprechenden, öffentlichen Hintergrund ausgestattet daher kam: es geht hier nicht um Recht, sondern um Rechtfertigung – um Legitimation im Spätkapitalismus. Und nicht darum was etwas „ist“, sondern als was etwas gilt (!).

3. geht der Text an der Realität der großen, populären Videospiele und deren neuerdings gewonnenem Selbstverständnis völlig vorbei: sicher existiert einerseits ein politischer Drang zur Betroffenheit heutzutage auch in (Serious-)Games – jedenfalls bei kleineren Spielen ein Hang zur narrativen Emotionalisierung, zu Awareness für die unterschiedlichsten Themen, aber andererseits hat die affirmative Interpretation von etwa Gewaltinhalten im Großen und Ganzen, welche früher eher extern dem Medium als Unehrlichkeit vorgehalten wurden (letztlich würde es bei Shooter und Co. doch nur ums Umbringen-Wollen gehen), eine nicht zu unterschätzende Karriere innerhalb der Industrie selbst erlebt. Über die Identifikation mit genau so (als solche positiv) vorgestellten Helden und Heldinnen. Denn leider hat diese Wahrnehmung die Industrie verinnerlicht, indem sie Inhalte zur Aufgabe von Repräsentation im Sinne politischer Korrektheit gemacht hat: wenn etwa demnächst zumindest im „Battlefield V“-Multiplayer suggestiv Frauen auf Seiten der Wehrmacht kämpfen werden, daran so wie es aussieht kein Weg vorbeiführen wird. Und sich mit zu repräsentierenden Frauen vor den Bildschirmen solidarisierende JournalistInnen ohne einen einzigen Abschluss in Geschichte mit einem beherzten „es gab aber“ (wieder) auf historische Ausnahmen „stützen“ werden, diese zur Regel erklären. Und Hakenkreuze können, wie alle sonstige (bittere) Authentizität, da praktisch nur stören – diesen Positivismus nur stören… Ja, Medien wie Videospiele sollen ein erzählerisches Augenmerk auf das Besondere richten, aber das Besondere oder das heute Angemessene, Zeitgemäße, Gleichberechtigte, hat damit nicht das Geringste etwas zu tun. Denn nein, „es gab“ eigentlich keinen Platz für Frauen in der kämpfenden Truppe faschistischer Achsenmächte. Und nein, es sollte in Medien wie Videospielen unter dem Deckmantel der Geschlechtergerechtigkeit und Diversität eigentlich auch keinen Platz für die Beschönigung und/oder „Korrektur“ historischer Sexismen und Rassismen, für solchen Revisionismus geben. Oder was soll damit eigentlich gezeigt, benannt, dargestellt werden? Solange game, und im Unterschied zu „Attentat 1942“ repräsentiert der Verband dann nun ebenfalls EA, sich nicht ausdrücklich von solchen Inhalten distanziert – im Gegenteil diese in der Presse/Öffentlichkeit gar nicht „kritisiert“ werden, sondern im schlimmsten Fall noch mit Lobhudelei bedacht werden dürften – so wie beim marginalisierten FIFA-Fußball. Aber gleichzeitig Figuren wie Alexander Gauland mit dessen Aussagen über Wehrmacht und Co. zum säkular-atheistischen Gottseibeiuns erklärt werden.

Und wenn etwa demnächst bei den Asienspielen mit dem Segen des IOC „Pro Evolution Soccer“ gespielt wird zeugt das weiterhin eher davon, dass selbst an der Außenwahrnehmung deswegen (das heißt trotz Massenmedium, Verbreiterung des Publikums etc.) sich grundsätzlich nicht so viel geändert hat (siehe jüngst in einem „Junge Freiheit“-Video: junge Frau freut sich, dass so viele in Berlin am 27. Mai für die AfD demonstriert haben, anstatt „vor dem Fernseher oder der PlayStation zu sitzen“)
@gamespodcast Schade, dass dazu nicht direkt kommentiert werden kann. Sonst hätte ich meine neuerlichen Zeilen gleich dort hinterlassen;‘

Sowie, exemplarisch bei Webedia: ‚Nein, das ist einfach nur ein räumlicher Tiergarten für Elefanten: wie könnt Ihr nur so einen langen Text veröffentlichen, ohne die faschistische Seite auch nur zu erwähnen. Warum tut Ihr, tun Eure KollegInnen, nur so etwas?
Artikel wie dieser erschienen in den letzten Tagen schließlich unzählige, begonnen unmittelbar nach der Vorstellung von „Battlefield V“ vor einer Woche natürlich in der englischsprachigen Presse.

Doch nein, in „Battlefield V“ werden nicht Russen gegen Amerikaner kämpfen – wie nach dieser Lektüre suggestiv nichts anderes gemeint werden könnte, wäre jemand so naiv und wüsste nun wirklich nichts über die Idee „Zweiter Weltkrieg“.
Das Thema.
Keine Résistance-Kämpferinnen gegen verdienstvolle Britinnen. Und auch nicht sonstiger Widerstand gegen noch widerständigere Personen(gruppen).
Und nein, es geht keineswegs um historische Tatsachen. Ich bin auch als promovierter Historiker kein (Neo-)Historist, sondern trete nur für historische Fantasien ein.

Mit dieser Beschönigung sämtlicher Darstellungen zu Identifikationszwecken mit (vermeintlich) positiven Vorbildern, welche* diese Industrie mehr und mehr belastet, muss trotzdem endlich Schluss sein, ansonsten braucht es als Thema keinen „Zweiten Weltkrieg“ nicht. Und das geht weiter über jeden Orientalismus, oder sonstigen Kolonialismus, in „Prince of Persia“ hinaus: wenn ich etwa in einem „Warhammer 40K“ spiele, finde ich die dortigen „Helden“ auch nicht gerade toll. Ich verachte sie und ihre Bilder von „Stärke“ vielmehr.
Doch was geschieht hier? Das glatte Gegenteil!
Angefangen hat es 2009, als Ihr „No Russian“ in „Modern Warfare 2“ nur spekulativ (mit niederen Instinkten), als provokatives Kalkül und bejahend interpretieren wolltet, anstatt den Bruch mit Genrekonventionen durch Handlungen gesehen hättet die sonst (im Vorwand eines anderen „Kontext“) ständig für absolut gerechtfertigt gehalten werden.

Doch niemand bewegt sich da „auf dünnem Eis“ wenn er oder sie diese Repräsentationsmuster nicht gut findet, wie einer Euer Redakteure bei der Vorstellung gemeint hat, sondern es bestünde im Gegenteil eine journalistische Pflicht darauf hinzuweisen, genau das zu „kritisieren“. Und eine moralische Verantwortung.

Es geht nicht darum was es gegeben hat oder nicht, solche besonderen Geschichten erzählte schließlich schon „Call of Duty – Finest Hour“. EA soll sie bitte weiter erzählen, ABER: solange Electronic Arts und darauf deutet momentan nichts hin, nicht rigoros zwischen Alliierten und Achsenmächten in Hinblick auf Geschlecht und Hautfarben unterscheidet, kann eine dementsprechend repräsentative Darstellung der Menschen vor den Bildschirmen inhaltlich nur eine unglaubliche Relativierung von Sexismus und Rassismus im Faschismus sein – eine einzige, schlichte Ungeheuerlichkeit, durch nichts zu verantworten und auf ewig unentschuldbar. Wobei der Verzicht auf Symbole die Gesellschaftssysteme dahinter nur noch unkenntlicher macht.

Sexismen und Rassismen waren schon auf alliierter Seite schlimm genug, aber nichts im Vergleich zu den „Rollen“ welche Menschen in den Achsenmächten diesbezüglich zugedacht wurden. Angefangen von allein den Frauen die von japanischer Seite noch immer als „Trostfrauen“ verunglimpft werden. Und da kann es keine Rücksicht auf irgendwelche Ausnahmen oder graduelle Unterscheidungen mehr geben, sonst kommt noch jemand mit Leni Riefenstahl daher und „ist“ es nun wirklich nicht mehr weit zu einem Autobahn bauenden, deutschen Diktator. Wollt Ihr das? Versteht Ihr das Problem der Ausblendung und Reduktion wenigstens? Wohl eher nicht, sondern würde „es“ diesen Artikel mit seinen „Fakten“ nicht „geben“.

Creative Assembly weiß meiner Einschätzung nach, dass es ethisch ganz einfach nicht in der Lage ist ein „Total War“ schon in beiden Weltkriegen zu verwirklichen. Electronic Arts hätte das wenigstens bei „Battlefield V“ und dem Zweiten Weltkrieg wissen sollen, zumal der immer noch ein Eigenname ist und deshalb eigentlich groß geschrieben wird…
Es funktioniert einfach nicht. Und es war in „Battlefield 1“ schon schlimm, aber das ganze Konzept noch in den Zweiten Weltkrieg fortzuführen kann ganz einfach nicht mehr funktionieren, denn es ist zutiefst unanständig.‘

* die Beschönigung

Memo an mich selbst: man darf auf Webedia anscheinend nicht einmal den Namen von Leni Riefenstahl ausschreiben, erst als ich auf die Idee kam diesen selbst zu „zensurieren“ ging der zweite Teil meines „Beitrags“ durch. Beide Teile werden demnächst trotzdem vermutlich noch (zusätzlich) „moderiert“ werden, also gelöscht. Schöne neue Welt.

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1976-2018

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Vor (großangelegter) Sex-Purge auf Steam

Dunkle Wolken ziehen auf, doch es besteht (noch) Hoffnung. Kommentare auf Steam (in der Community, auszugsweise): ‚I guess there’s something hidden in the code, similar to „Grand Theft Auto – San Andreas“ back in its day. According to ESRB.
In some cases you had to download additional assets, in others just unlock any pornographic content. Every „uncensoring“ patch differs quite a bit. Probably it’s the „unlocking“ they are after, similar to Germany`s USK before 2003.
And maybe it has something to do with the arrival of Illusion on Steam back in April: for their sole title, they didn’t advertise its patch though. Instead, they launched a whole website for it… Pornographic content which in itself relies on Japanese standards.
I’m puzzled: „HuniePop“ was curated by both Humble and GOG.com , and because of its rather good writing (similar to „Sprung“ on Nintendo DS, written by a woman) it even was not considered to be sexist very often.

(…)

„The Witcher 3“, „GTA V“ and so on are all approved by the ESRB. Valve may want to sell more store credits with companies like Walmart, therefore there may be hard times ahead for Japanese niche titles (or excellent Russian trash for that matter). Being able to release such titles was one step too much forward. They got suspicious of Steam’s capabilities…

(…) considering PayPal is working fine with Epoch for several years now: the focus of a game is still not necessarily important by any youth protection standards (upholding today’s moral standards), it’s the depictions that are front and center in the regulator’s views (and the public’s eyes). Although some titles like „Desire“ could incorporate content that would otherwise be easily considered pornographic, even in correspondance to psychosexual reflections on childhood, AND Valve had to remove „Hatred“ too – according to regulator’s policies, if really the ESRB has still something to do with Valve’s latest moves.

(…)

In the „Kindred Spirits on the Roof“ forums they say the only major title not affected is the very explicit „Ladykiller in a Bind“. I was not surprised to read that, because that game does not depict female characters in its marketing effort very prominently („Kindred Spirits on the Roof“ is also not exploitative, MangaGamer alone today posted a very well-argued text). So the whole affair may be based on prejudice about what*s supposed to be v#oyeuristic heteronormativity: they identify certain games as being male power fantasies, thinking of lesbian content as being heterosexual and misogynistic.
Therefore there are already some people who accuse Valve of targeting queer content with this, and there may be a backlash regarding homophobia. Sadly enough, but in many ways these days, the best way to defend pornography is referring to gay pornography.‘

Genau(er)es weiß man (noch) nicht. Dafür großartig, der

Artikel. Und wenn der Typ von HuniePot auf Twitter solchen Sch*** etc. erzählt, den ich hier nicht einmal bereit bin zu zitieren, braucht sich leider (auch) niemand wundern wenn VICE und Co. die Steilvorlage annehmen: wer nicht in der Lage ist sexuellen Ausdruck angemessen zu vertreten, sollte besser gar keinen mehr verbreiten.

Update 19. Mai: ‚(…)

HuniePot is the developer, the game is called HuniePop. Even „fiscal conservatives“ for example, did not consider the old American Playboy magazine (with nudity in it) to be pornography.
Any R-rated Hollywood movie is not considered pornography. Likewise, the anti-porn group was also not specifically attacking pornography, but exploitation (!).
The same goes to literature, dating back to the likes of Henry Miller.

AND Steam already purged all pornographic content on its platform, the likes of „Valortha“ and so on. They did it again in certain community markets, like the one for „Haydee“.
They therefore even banned a certain company, as a whole, or creative individuals for that matter.

(…)

Then, again, even the uncensored version of the only Illusion game on Steam, which is not advertised here (at least not by its developer), is not uncensored in the western sense of pornography: there, the penis is a brick that squirts a white sauce, the vagina is censored to the point where it looks more like a sugar melon. Unlike a supposed to be child-friendly psychological game like „Desire“, where a giant vagina is actually depicted.
So please, please don’t talk about „pornography“ before even thinking about it: even though sexuality is not protected by the first amendment that much, it’s still nothing short of calling all „violent“ games „murder simulators“. The same goes to Valve: dear Gabe Newell, explain the new rules! If there are even new ones. Otherwise, this looks more like a publicity stunt, pulled off by the „porn“ developers even, and Valve’s mails can not be taken seriously anymore.
Of course, Valve can still basically do whatever they want: that’s the problem, when a whole industry is delivering itself to a company in Seattle, which is not even public. So it remains on the people in charge: how opportunistic are Newell & Co. How responsible are they, regarding libertarian values, and how committed to principles like free-speech. Are they really intimated? When they are now going down the road of Sony, Microsoft and Nintendo, and want to commit themselves to the ESRB, they should communicate that! Yet also ban „Hatred“.‘

Und wieder was (dazu)gelernt: was im „Kindergarten Cop“ (1990) möglich ist, ist in der Steam-„Community“ 2018 noch längst nicht der Fall. Man darf nicht „Penis“ sagen. Und man darf nicht „Vagina“ sagen – Anatomiebeschreibungen werden so schon schwierig.

Kein Wunder dass so selbst mir der Antiamerikanismus immer sympathischer wird…

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WM-Update für „FIFA 18“ erscheint Ende des Monats, kostenlos…

In diesen Tagen geht eine Ära zu Ende… Electronic Arts (EA) verpasst sein Fußball-WM-Jubiläum, denn vor genau 20 Jahren erschien zum ersten Mal ein eigenes WM-Videospiel: auf „FIFA 98 – Die WM-Qualifikation“ Ende 1997 folgte nämlich 1998 „Die Weltmeisterschaft“ und begründete eine lange Tradition an WM- und (ab 2000) EM-Spielen.

Das Aus zeichnete sich jedoch schon 2012 ab, als EA sich entschied zur damaligen Euro nur einen Bezahl-DLC zu veröffentlichen. Die Begründungen dafür wirkten gewunden. Die Spiele waren im Grunde zwar immer nur abgespeckte Versionen der jeweils ein halbes Jahr davor veröffentlichten Ausgaben von „FIFA“, hatten aber auch immer so etwas wie den Charakter eines Fußballfests an sich und zumindest ein paar eigene Ideen mit an Bord. Noch fadenscheiniger ging es allerdings beim dann letzten Fußballfest 2014 zu: das kam zwar noch in den regulären Handel, aber nur mehr für die dann schon veralteten Konsolen PS3 und Xbox 360 – man wollte, so hieß es sinngemäß und damit der gerade Zeitgeist gewordenen „Videospiele für alle“-Ideologie folgend, mit der damaligen WM in Brasilien ein möglichst breites Publikum rund um den Erdball versorgen und keine (2014) elitären Märkte mit PS4 und Xbox One bedienen.

Weit eher waren natürlich die in dieser Generation gestiegen Produktionskosten dafür verantwortlich, welche sogar dafür sorgten dass in den letzten Jahren insgesamt nur mehr ein gefühlter Bruchteil an Großproduktionen erschienen sind (im Verhältnis zu Remaster und sonstigen Neuauflagen älterer und/oder ungebrochen populärer Spiele, zuletzt vor allem auf der Nintendo Switch)  – zumal eigene Versionen von „FIFA 14“ für die beiden damals neuen Konsolen von Sony und Microsoft Ende 2013 ja veröffentlicht wurden.

Für 2016 verlor Electronic Arts die UEFA-Lizenz überhaupt an Konami, und die machten EA die heutige Situation dann gewissermaßen vor: sie brachten zwar ein eigenes Spiel auf den Markt, dieses entpuppte sich aber nur als Rebranding ihres 2015er „Pro Evolution Soccer“, „PES 2016“: ein Gratis-Update in nur anderer Verpackung also, ganz ähnlich wie es Ronaldo im Trailer unten (hoffentlich nur fiktiv*) in seinen Koffer packt.

Immerhin soll die „kostenfreie“ WM-Lösung von Electronic Arts formal durchaus komplett sein und mit dem 20-Euro-„Euro“-DLC von 2012 demnach mithalten können. Und die Veröffentlichung erklärt wenigstens, weshalb „FIFA 18“ im Rahmen von „EA Access“ längst überfällig ist – etwas Wert wird „FIFA 18“ für EA so wohl immer noch haben, auch wenn es im Preis scheinbar schon längst gesenkt wurde und abgesehen von den (Online-)Sammelkarten, als nunmehrig zu vermutender Haupteinnahmequelle bei „FIFA“, der politisch gern problematisierte Veranstaltungsort, die WM wird im „böhsen“ Putin-Russland ausgetragen, nicht ganz eine Statistenrolle bei der Entscheidung von EA das „Fest“ (trotz auf Jahre hin eingekaufter Lizenz) nicht allzu groß zu feiern gespielt haben dürfte.
Unklar ist dafür noch immer, wie es mit „FIFA“ (nach dem WM-Update) auf der Switch weitergeht: während „FIFA 19“ – an sich – beinahe so gewiss ist wie der morgige Sonnenaufgang, wird sich erst zeigen müssen wieviel EA „FIFA“ als Switch-Software wert ist.

So soll sich ja nicht nur die Switch selbst gut verkaufen, sondern auch – im Unterschied zu ihrer Zeit Wii-Discs – deren Cartridges und Downloads, aber so gut das (noch) aktuelle Switch-„FIFA“ auch ist, es erinnert ebenfalls frappant an Eigenentwicklungen vergangener Tage und hinkt vom Gameplay her, und ohne einzelne Features wie etwa den Nationalteams der Frauen, den anderen „FIFA 18“-Versionen trotzdem Jahre hinterher.
Schließlich spendierte EA sowohl für die Wii U (ein „FIFA 13“ auf Basis von bestenfalls „FIFA 12“), als auch für die Vita (als Launch-Titel ohne Nummerierungen basierend auf „FIFA 11“) nur ein einziges eigenes Spiel. Zwar erschienen später noch weitere „FIFA“-Ausgaben für die Vita, doch bereits „FIFA 13“ entpuppte sich 2012 ein halbes Jahr nach dem Vita-Launch als absolute Mogelpackung – auch wenn das bereits damals nicht unbedingt überraschen hätte brauchen.

* die Hoffnung scheint vergebens – entsprechende Verpackungen scheinen an den Handel tatsächlich ausgeliefert worden zu sein…

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Neues zum „Bundesfighter“ (mit Gauland & Co.)

Kommentar: ‚Kürzlich entdeckte ich die beiden ersten „Dunkle Schatten“-Spiele auch auf einer Heft-CD in meinem Privatarchiv (wieder). Es handelte sich um diese hier: http://ogdb.eu/index.php?section=compilation&compid=1600 Die DT-Control wurde zwar schon im Frühjahr 1995 gegründet, aber von Rechtssicherheit kann im fraglichen Zeitraum (es handelt sich um eine Ausgabe für den November 1997) wohl noch keine Rede gewesen sein (die Umstellung der Freiwilligen Selbstkontrollen erfolgte ja erst 2003).
„Through the Darkest of Times“ von Jörg Friedrich und Sebastian Schulz wurde etwa mit entfernten Kennzeichen, aber einem authentisch nachgestellten Propagandaplakat im Hintergrund eines Bildes angekündigt. Da stellt sich etwa weiterhin die Frage wie mit Original-Propagandamitteln umzugehen wäre: in „Wolfenstein 3D“ (id Software, 1992) ertönt zu Beginn schließlich immer noch unkommentiert das Horst-Wessel-Lied, also da sehe ich – selbst ungeachtet der Gewaltinhalte – immer noch nur sehr schlechte Chancen für Deutschland. Der Kontext wird da ja schon berücksichtigt und offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen, wobei diese Evidenz vielleicht überhaupt der springende Punkt ist: wo auf der anderen Seite „schwere Jugendgefährdung“ dementsprechend erkennbar wäre, wird hier ein humanistisch-pädagogisch-aufklärerischer Eifer angenommen, so dass etwas eben nicht verfolgt wird. Allerdings betrifft dieser „differenzierte“ Umgang längst nicht nur Computerspiele: so erwarb ich vor kurzem die neue Blu-Ray von „Slaughterhouse-Five“ (George Roy Hill, 1972) aus dem Hause Koch Media. Und auch deren Verpackung erweckt den Eindruck, dass im Film statt Swastikas alternative Kennzeichen verwendet wurden (zumal das gewählte Motiv leicht missverständlich ist), was im Film selbst aber natürlich nicht der Fall ist.
Sollte jemand allerdings trotzdem etwas ungeniert veröffentlichen wollen und sich dann ungerecht behandelt fühlen, dürfte es mittlerweile als Beispiele viele Fälle geben auf die sich da, etwa bezogen auf den Gleichheitssatz, gestützt werden könnte.‘

Mein persönliches Lieblingsbeispiel: „Das Museum“, angeblich aus dem Jahr 1995 – obwohl ein OGDB-Eintrag dessen Erstausgabe auf 96 datiert.  Untertitel: „Das III. Reich“. Die Erstausgabe mit dem Plakat „Gegen das Vergessen“ besitze ich zwar leider nicht,  aber dafür eine spätere. Man beachte das Cover: ein alternatives Kreuz im Gösch, das scheinbar eine zerrissene Hakenkreuzfahne kennzeichnen soll (welche den angedeutet erkennbaren Linien zufolge aber sowieso keine gewesen ist) – ein echtes Sinnbild für den Umgang mit verfassungsfeindlichen Symbolen in Deutschland. Bei der (formalen) „Wirtschaftssimulation mit packenden Lerninhalten“ dürfte es zudem grundsätzlich sogar unklar gewesen sein, ob es sich um (herkömmliche) Unterhaltungssoftware handelt, oder nicht doch „nur“ ein Infoprogramm, denn ein vermeintliches Computerspiel ist halt längst nicht gleich Computerspiel (zumal der Begriff „Serious Game“ damals noch gar nicht geläufig war)…

Nachlese

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Kein Tag der Freude für „Qualitätsmedien“?

Weder „Die Presse“ noch „Der Standard“ berichteten heute tagsüber groß erkennbar auf ihren Internetseiten über den heutigen Festakt. Nur der „Kurier“ hat auf seinem Portal einen kleinen Artikel, ohne Bild: „Rede bei Gedenkakt: Kurz wirft Köhlmeier NS-Vergleich vor“. Ähnlich wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk, mit winzig kleinem Kanzlerbild: „Kurz weist NS-Vergleich zurück“. Die Salzburger Nachrichten zeigen zwar ganz klein Arik Brauer, dafür muss aber schon etwas gescrollt werden. Und wer überhaupt schnell den Handschlag von Brauer mit Vizekanzler Strache sehen möchte, wird allein von den Titelseiten her schon auf das Boulevard ausweichen müssen – von Fellner bis zur Krone – oder auf die Wiener Zeitung zurückgreifen (die – anderen – Bundesländer-Zeitungen mal nicht berücksichtigt), also die Wiener Zeitung mit dem Amtsblatt der Republik (welche aber auch nur ein sehr kleines Bild parat hat, wo der eigentliche Handschlag unten abgeschnitten wurde).

Ich dachte absurder Weise bereits der Festakt findet womöglich erst morgen statt, völlig verrückt. Ja, so kann „Realität“ auch erzeugt werden – (tages)politische Verstimmung hin oder her, wenn wenigstens sonst groß auf den heutigen Feiertag hingewiesen worden wäre…

DAS „ist“ praktisch nur Manipulation, so zu tun als ob. Ja, als ob was?

Abscheulich, selbst Ressentiment-beladen und im Grunde genommen genau das was die moralischen Überlegenheitsdünkel für gewöhnlich so vorgeben dass sie es eben nicht wären: komplett geschichtsvergessen.

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Spielberg: Mario bei Sony?

Neulich in der (Videospiel-)Presse. Links erspar ich mir.

Und das Medium hat sich doch weiter entwickelt, schließlich ist einem Spielberg darin längerfristig erspart geblieben. Ein Mann der Plattitüden, oder wieso soll ein Videospiel einem NICHT zum Weinen bringen können, wenn einem schon Steven Spielberg zum Weinen bringen kann, wenn er (angeblich!) über Videospiele spricht? Völlig freudlos.

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