Erste Filmkritik am neuen Blog

Film Bias: „Der Weiße Rausch“ (1931), Arnold Fanck (Hannes Schneider)

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Im Gespräch bleiben

Comment: ‚Die Anschläge in Norwegen richteten sich doch explizit gegen sozialdemokratisch gesinnte Jugend. Also da hätte ich mir von der Moderation, bei aller gebotenen Zurückhaltung, doch wenigstens etwas erwartet.
Auch welches Parteibuch der Briefbombenattentäter vielleicht mal hatte sagt nichts über dessen Motive aus, sondern vielmehr auch über Opportunismus, zumal diese Anschläge ebenfalls sozialdemokratische Politik (in Österreich) treffen sollten. Herr Mag. Stadler ist wie immer sehr unterhaltsam, solange er nicht auf sein Haupt-Feindbild (die Freimaurer) zu sprechen kommt.
Seine hier dereinst aufgetauchten Vorträge darüber, zu deren Riten, sollten deshalb von Herrn Peham auch wirklich nicht nur mit dem Satz „darüber rede ich mit Ihnen nicht“ (falls ich diesen nach 5x aus dem Stimmengewirr herauszufiltern zu versuchen wirklich richtig gehört haben sollte) versehen werden. Und wenn Herr Peham mit dem Prozessausgang letztes Jahr in Graz einerseits nicht glücklich gewesen ist, aber wie Stadler andererseits trotzdem kein „Verbot“ dieser kleinen, so lautstarken Gruppe in unserer immer noch pluralistischen Gesellschaft für machbar hält, dann stellt sich die Frage welche Form der Ausgrenzung durch (strafrechtliche) Verurteilungen da eigentlich angestrebt wird, welchen Sinn das Instrumentarium eines Verbotes hätte: verfolgen lassen und miteinander immer noch reden, beides kann jedenfalls nicht funktionieren.
Also ginge es formal immer nur um ein über den anderen herziehen und aus-der-Welt-schaffen. Im Kern nichts anderes als ihrerseits genuine Menschenverachtung. Ich weiß ein Journalismus mag es nicht hören, aber es tut mir leid: das alles hängt ideologisch, weltanschaulich zusammen – bis hin zur Umwelt- und Geschlechterpolitik, worüber leider gar nichts gesagt wurde.
Doch eine Spaltung der Gesellschaft kann nur dann verhindert oder überwunden werden, wenn zumindest versucht wird mehr als das Offensichtliche zu berücksichtigen. Extreme Positionen, Radikalität, vertreten viele – wobei eine Form der Mäßigung es gerade sein kann das zu erkennen. Ohne ein Gegenüber negativ ständig als besondere Gefahr zu begreifen, welche nicht verharmlost werden sollte. Ansonsten kann nur ein Empörungsreflex, Oberflächlichkeit und Unverständnis übrig bleiben – so zu tun als wäre etwa Fremdenfeindlichkeit auf eine Partei und eine Bewegung zu reduzieren nichts anderes als verantwortungslos sein.
Beschämend und verantwortungslos aber auch zu glauben, dass so ein Attentäter Fremdenfeindlichkeit nur in die Tat umsetzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass in allen Fällen gar keine Organisation dahinter stand, oder wie im Fall des Briefbombenattentäters nur eine erfundene, ist weiterhin enorm hoch. Die Behauptung, dass die rechte Politik und Publizistik (Literatur) Stichworte erteilt mag wahr sein, sie ist aber auch blutiges politisches Kleingeld – in sich selbst abscheulich. Und Wissenschaft sollte sowieso keinen politischen Gegner kennen, sondern vielmehr etwas erkennen wollen.
Die Idee der Nation, der Fokus auf das eigene „Volk“, ist jetzt in seiner modernen Form ungefähr 200 Jahre alt. Ja sie erhielt nach dem Sieg über den Faschismus einen veritablen Dämpfer und ging in der Postmoderne gewissermaßen verloren – sie mag antiquiert erscheinen, reaktionär, „gefährlich“ und längst überholt sein. Aus globaler und internationaler Sicht auch für nichts anderes als rassistisch gehalten werden. Sie ist mit jedem Nativismus jedoch zweifellos wieder zurück und in einigen europäischen Staaten durchaus mehrheitsfähig, falls sie überhaupt je verschwunden gewesen ist, und etwas dem sich besser gestellt werden sollte, mit dem sich beschäftigt werden braucht. Nicht um der Idee Willen, sondern wegen der Menschen die immer noch daran glauben. Zumal dann wenn sie den Menschen Halt und Sinn gegen den Relativismus verspricht, in unsicheren Zeiten und einer sich immer schneller verändernden Welt: die rechten Stimmen von ModernisierungsverlierInnen mögen mittlerweile einem abgedroschenen Bild entsprechen, dieses entspricht aber auch dem überall zu beobachtenden Stadt/Land-Gefälle. Um eine Solidargemeinschaft bedroht zu sehen braucht es womöglich wirklich keine Präsenz von vermeintlich Fremdem, den „Anderen“, sondern vielmehr nur das Gefühl dass das „Eigene“ verloren geht.
Doch genau das vermisse ich (nicht nur hier): die Herausforderung unterschiedlicher Weltanschauungen. Ein echtes Gespräch.
Und wir wissen aus der Soziologie dennoch, dass da häufig ganz andere Komponenten noch eine Rolle spielen, dass es Organisationen gelingt zu Mord und Massenmord zu motivieren, eine Tötungshemmung etc. zu überwinden. Das Ziel sollte deshalb vielmehr sein glücklichere Menschen zu produzieren, so dass etwa persönliche Pathologien nicht einmal erst entstehen können – nicht auf den jeweils anderen mit dem Finger zu zeigen und zu sagen: Du produzierst Hass, Dich grenze ich aus. Das Gespräch sollte erst dann für beendet erklärt werden, wenn keine gemeinsame Basis gefunden wurde – und nicht noch lange bevor mit der Suche danach überhaupt erst begonnen worden war.‘

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Dieses Gedankengut…*

Kommentar: ‚Tourismus statt Migration, „Bildung“ durch Heimat: der „identitäre“ Kulturbegriff passt leider zu diesem Sender vermeintlicher „Österreich-Werbung“. Oberflächlich, traditionell und normativ. Mit Parallelen zu Zahnrad, Freude und Kraft… Bürgertum in

Aktion. Macht und Kapital. Unmittelbar vor dem Glauben und den Ständen. Noch schlimmer.
Schlimm genug, wenn Rassismen mit Kulturalismen zugedeckt werden, hier plötzlich der Rechtsstaat gefordert wäre, während gleichzeitig aber Frontex exorbitant ausgebaut wird und keine Rettungsschiffe mehr auslaufen dürfen, der Festungsgedanke längst tief im Mainstream verankert ist. Alles unter dem Deckmantel des Sicherheitsdispositivs, unter dem „Schutz“ der Grenzen laufend. Europa vor Hilfe suchenden Menschen „schützen“ wollen.
Das Europa von Kurz, Orbán und Salvini längst keines mehr sein kann mit dem ich mich auch nur ansatzweise mehr identifizieren kann. Karas und die (neue!) Volkspartei nicht einmal ein Mindestmaß, außer gelegentlicher und falscher

Empörung. Sie wollen Europa vor MigrantInnen „schützen“, schaffen Bedingungen in denen Asylsuchende verhaftet und in einem Gefängnis möglichst weit weg von den Ballungszentren konzentriert werden, mit allerlei Kriminalität oder Terror verknüpft,

das Boulevard sonst Migration gleich mit Sexualverbrechen konnotiert und die einheimische Bevölkerung damit auf vielfältige Weise verhetzt. Als, zynisch gesprochen, beinahe einziger „Vielfalt“.

Doch wer schützt mich vor dieser Politik? Ok, zur Sezession oder auf YouTube gehe ich freiwillig.
Selbst die Perversionen des Boulevards, deren Berichterstattung, mag Spießern ruhig weiter als Ersatz für Pornografie dienen, doch die realpolitische Obszönität betrifft auch mich in jedem Fall – so oder so.

Und ja, mit diesen Leuten – von Sellner bis Kubitschek – müsste deshalb eigentlich ständig geredet werden, aber nicht so – sondern um ihrer Gedankengebäude Willen. Doch null Hintergrund zu Benoist oder Camus, absolute Fehlanzeige, nur Deklaration‘

* zweite Fassung

Repliken: ‚Komisch nur, dass ich von dem TV-Auftritt in seinen eigenen YouTube-Videos nichts mitbekomme. Darin beschimpft er lieber eine Ressortleiterin vom Fellner – strange genug, dass er ausgerechnet dieses Boulevard so als „links“ bezeichnet.
Erst hier erfahre ich davon. Sehr seltsam.
Passt wohl nicht zu seiner Opferrolle. Auch könnte es publiker werden, dass dieser eine Grazer Staatsanwalt auch mal gegen einen SPÖ-Politiker vorging, weil dieser eine FPÖ-Veranstaltung anpatzen wollte. Das war letztes Jahr beim Profil zu erfahren. So oder so können FeindInnenbilder leicht verschwimmen.

(…)

Was „denkt“ ein Kurz, „denken“ ein Söder oder Seehofer denn sonst? Wenn schon Polemik, ungeheuerliche Verkürzungen usw., dann bitte konsequent!
Oder was wäre „die demokratische Rechte“, wie sie die CSU letztes Jahr kurzzeitig von der AfD zurückerobern wollte und damit eine Regierungskrise heraufbeschwor, auch sonst? Deren Politik?
Das sind mittlerweile alles Mehrheitspositionen, auch in Zentraleuropa. Selbst bis weit in die rechte Sozialdemokratie hinein. In der Slowakei, aber auch in ländlichen Gebieten Österreichs, im Burgenland, bei Doskozil etc.

(…)

Im Vergleich zum digitalen Umfeld ist der Sender medial sogar noch zu vernachlässigen. Oft nicht schlimmer als die Kleine Zeitung früher.
Doch die Artikel auf Addendum mögen bereits an Russland und den dortigen Umgang mit bestimmten Oligarchen erinnern, so wie über René Benko berichtet wird. Von jenem der es indirekt zu einem „ästhetischen Problem“ erklärt, wenn ein Wal Blut spuckt und qualvoll an Land gespült verendet, ganz zu schweigen… Und das alles soll „Wahrheit“ sein, eine offene Plattform…‘

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Mein Senf zu „Stadia“

Comment: ‚Mich erinnert gerade dieses Konzept eher schon an HTML5 und alte Spiele. Ich würde nicht einmal soweit gehen und es als Konkurrenz für PlayStation Now, oder das was Microsoft plant, bezeichnen. Bestenfalls wäre es eine weitere Alternative und damit eine zusätzliche Bereicherung des Marktes, des Game-Angebots insgesamt.
Als vor ein paar Jahren tausende Amiga-Spiele im Internet Archive veröffentlicht wurden, nahm das Cloanto auch nicht die Geschäftsgrundlage – im Gegenteil wird in der Nische zwischenzeitlich versucht den C64 nachzubauen: erstens könnte das YouTube-Publikum eher dem traditionellen Fernsehen entspringen und viel zu faul sein zum Selbstspielen, und zweitens für Videospiele so sicher keine Bereitschaft zeigen mehr Geld auszugeben‘

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Replik zu „Kingdom Come“

Im VDVC-Forum: ‚(…) Wobei ja weniger die Handlung skandalisiert wurde, als vielmehr die (indirekten) Äußerungen zur Migration im Mittelalter.
Ich sehe darin aber auch ein Beispiel dafür, dass selbst größere Titel schon politischen Ausdruck beinhalten können: es ist aus meiner Sicht nicht von der Hand zu weisen, dass „Kingdom Come“ unter dem Eindruck der Migrationsbewegungen in den letzten Jahren entstand – und dahingehend eben jene konservativen Positionen wiedergibt, welche in Osteuropa analog auch entsprechende Regierungen bereits länger vertreten.
Ja, die Handlung mit dem tapferen Jüngling der gegen die vergewaltigenden Horden und diese willkommen heißende „Elite“ vorgeht, mag das gegenwärtige Boulevard vollends ins Mittelalter transferieren, aber gerade das streiten die Adorno-Jünger auf Twitter & Co. aber wohl ja mit ab, also dass so eine große, kommerziell orientierte Produktion überhaupt politisch sein könnte: und widersprechen sich damit selbst – auch mit ihren ständigen Angriffen gegen Ubisoft. „Blockbuster“ wären demnach sowieso „rechts“, wenn sie nicht gerade – so wie die Machwerke eines Neil Druckmann – mit „starken Frauen“ im Spiel zu Gewalt gegen schwache Männer aufrufen. Und „Trash“ auch nur dann von Vorteil, wenn er diese Eigenschaft der „Blockbuster angemessen“ konterkarieren würde.
Also ich finde diese Einstellungsmerkmale überaus langweilig, oberflächlich, vorurteilsbelastet und durchsichtig. Das Spiel mag erzkonservativ und eindeutig rechtsorientiert sein, aber ich finde es jetzt nicht so schlimm wie das für mich schon „allpolnisch“ anmutende „IS Defense“. Ja, auch ich halte es deshalb keinesfalls für preiswürdig, aber kann es trotzdem noch immer würdigen für das was es ist – für seinen mutigen, spielerischen Anachronismus und die derzeit meiner Meinung nach immer noch (mit Abstand, das heißt noch vor „Call of the Wild“) beste Naturimagination. In den langen Jahren nach „Skyrim“ ein absolutes Highlight in diesem Jahrzehnt für mich, und ich halte es so auch für eines der besten Spiele der letzten Jahre.
Darüber hinaus fällt auf, so sehr wie in kaum einem anderen größeren Titel, dass es – wohl wiederum aufgrund seiner Ideologie Fantasy tunlichst vermeiden zu wollen – nicht ohne eine fundierte, historische Beratung auskam. Auch ein „Assassin’s Creed“ ist größtenteils gut recherchiert worden, fiel bis vor kurzem aber noch durch überaus flapsige bis lächerliche Kommentare auf.
Die Begleittexte dieses Spiels entsprechen dafür voll und ganz jener Realienkunde welche ich selbst während meines Studiums hörte. Sie sind weitgehend ernst und weisen auch nicht die tendenziell fremdenfeindliche Ideologie der Handlung auf. Und diese Aspekte eines solchen Titels können alle ganz einfach nichts für die restliche Ideologie, deren etwaigen Missbrauch, die ansonsten allzu sauberen, idyllischen Darstellungen usw.: also gelte es aus meiner Sicht die negative Gefahr welche davon ausgeht einerseits nicht zu verharmlosen, andererseits aber alles andere bitte zu respektieren!‘

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Neuer Kommentar zu Olaf Zimmermann

Im VDVC-Forum: ‚Eine enge Verschränkung zwischen Wertschätzung und Kennzeichnung war schon seit 1994 (als die USK geschaffen wurde) festzustellen. Dann seit 2003 als die Kennzeichen rechtlich verbindlich wurden, und zuletzt als die Branchenverbände (heute wieder nur mehr einer) in den Kulturrat aufgenommen worden waren und damit die Anerkennung als „Kulturgut“ formal erfolgt ist: indem, wieder analog zur SPIO (Filmwirtschaft), gleichzeitig die Selbstkontrollen Bestandteil davon wurden, findet immer eine gewisse Form der Unterwerfung statt, welche die Musik- oder Literaturszene so jedenfalls nicht zu vollziehen hat.
Fakt ist, dass bei einer Indizierung dem Jugendschutz gegenüber der Kunstfreiheit in jedem Fall ein Vorzug gegeben wird. Und das ist dann halt das „kleinere Übel“.
Darüber hinaus ist in den letzten Jahren auch bei Videospielen eine Entwicklung feststellbar, die Parallelen zum Umgang mit dem letzten Film von Pasolini deutlich werden lässt: im Zweifelsfall wird eine strafrechtliche Relevanz zwar „aberkannt“, aber eine Jugendgefährdung bleibt trotzdem bestehen. So kann, mit Abstrichen, einerseits der Jugendschutz gewahrt bleiben, während andererseits die Freiheit der Kunst in gewisser Hinsicht dennoch erhalten bleibt – in den Neunzigern wurde schon früh mit einzelnen umstrittenen Filmen so verfahren (etwa „Natural Born Killers“, auch wenn – etwa bei der Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Natural_Born_Killers#Reaktionen -, weiterhin viel Unsinn steht, „Indizierung“ kein Phänomen wäre das außerhalb Deutschlands irgendwo auf der Welt auch nur irgendeine Entsprechung finden würde). Wobei im Filmbereich die Werke anerkannter KünstlerInnen häufig überhaupt nicht geprüft wurden, aus kommerziellen Gründen, vor allem Kurzfilme – auf kuratierten Plattformen für Indiespiele könnte das in Zukunft auch zutreffen. Man müsste sich die einzelnen Firmen hinter den Plattformen (wie Valve, Epic oder CD Project) einzeln ansehen, das heißt anhand ihres Verhältnisses zu USK und Kulturrat, um das letztlich beurteilen zu können.
Die Bedeutung der Konsolen mag zwar (weiter) zurückgehen, aber die Hersteller binden sämtliche Veröffentlichungen dort immer noch rigoros an den in einzelnen Ländern jeweils geltenden Kennzeichnungen. Wir hatten ja schon die Diskussion, dass PEGI nicht gleich PEGI ist und auch innerhalb der Organisation teils deutliche Abweichungen und Unterschiede existieren, aber Nintendo hat etwa hier in Österreich auf der Switch schon damit begonnen nicht mehr unbedingt alles prüfen (oder auch nur übersetzen) zu lassen was (aus Japan) so veröffentlicht wird. Selbst wenn diese Situation vielleicht nur vorübergehend zutreffen sollte, das heißt bis die nächsten Titel (dort) skandalisiert werden – der Jugendschutz scheint schließlich viel danach zu gehen was zu einem jeweiligen Spiel in einer überregionalen Zeitung/Zeitschrift stand: das war schon bei Doom3 damals nicht unbedingt anders, als nach den Attacken von Bernd Graff in der Süddeutschen das Add-On aus meiner Meinung nach immer noch ziemlich unerfindlichen Gründen abgelehnt wurde.‘ Nachlese

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Zur Bigotterie der sozialen Kontrolle und persönlicher Verantwortung entgegen der (westlichen) Welt

Zwei letzte Wörter: „What you’re watching across the west is a new form of social control. It’s modelled on the vast system of surveillance and punishment that American tech companies have helped design for China’s fascist regime. Step out of line and you’ll feel the pain: big tech closes your social media accounts. Your bank drops you. PayPal won’t allow you to earn money online. Amazon bans your books. You can’t travel abroad. You’re a nonperson. CNN won’t say a word about any of this. They haven’t. They cheer: you’re bigot they’ll say, motivated by hatred. They seem to have no idea they’re describing themselves.“

„I think generally people have things that are more within their personal purview that are more difficult to deal with and that they’re avoiding. And that generally, the way they avoid them is by adopting pseudo-moralistic stances on large-scale social issues so that they look good to their friends and their neighbours.“

Das zweite Statement fasst meine eigene Vorstellung von moralischen Überlegenheitsdünkeln ziemlich gut zusammen und lässt sich von Medienressentiments, über Vorwürfen von Sexismen und Rassismen, bis hin zur Anti-Impfbewegung, dem Atheismus, Veganismus und Darwinismus auf praktisch sämtliche Belange anwenden. Sogar auf den eigenen Biologismus, Naturalismus und Rationalismus des Sprechenden (darauf hätte ich ihn zuletzt noch versucht hinzuweisen, anstatt sich ungläubig und angewidert abzuwenden).

Beim ersten habe ich versucht wenigstens einen (verschwörungstheoretischen) Fehler zu finden. Es ist mir (leider) nicht gelungen, und einfach nicht von der Hand zu weisen, dass Mechanismen welche ursprünglich (so etwa vor zehn Jahren) zur Eroberung von Märkten wie eben dem chinesischen (aber auch dass Google für Deutsche „jugendgefährdende“ Seiten seit jeher ausblendet) und allerlei möglichen Regulierung im Sinne dortiger Regierungen, nun im Sinne „politischer Korrektheit“ im (ganzen) Westen angewendet werden sollen…

Manchmal fügen sich vermutete Einsichten im Zusammenspiel mit einer hoffnungsvollen Erwartungshaltung wirklich glücklich und wahrhaftig – da können die beiden Protagonisten sonst oft noch so viel Unsinn einem mit erzählen (wollen).

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