Reality Twist sagt Gamescom-Teilnahme wegen Hostessen ab

Via dem VDVC-Forum: Presseerklärung mit Beweisfoto. „In Leipzig hätte es das alles nicht gegeben“. Die Dame unten beweist nach meinen Informationen jedoch das Gegenteil:

So löblich ich diese Einstellung gegen den überall grassierenden Sexismus mit Hostessen auf Messen auch finde, ist die Erklärung gleich doppelt anmaßend: einerseits da sie Videospiele wieder vorderhand mit Minderjährigen in Vebindung bringt und das Medium so weiterhin als Kindermedium in der öffentlichen Wahrnehmung zementiert, andererseits da sich Reality Twist gleich mit Branchengrößen wie „THQ, Nintendo, Sega und Microsoft“ in einer Reihe sieht. Auch dass die kleine Firma eine eigene Messe gegebenenfalls konzipieren wird muss nicht ernst genommen werden: doch wenn sich zwischen Selbstüberschätzung und Moralisierungen nicht entschieden werden kann, wird wohl gerne beides verwendet, angestrebt und beibehalten. Schade

Kommentar im VDVC-Forum: ‚“Ironie“ sollte so vorher entweder mal nachgeschlagen werden, oder solche Erklärungen sonst halt mit Beipackzettel versehen. Wenn die eigenen Befindlichkeiten bereits dermaßen unterschiedlich sein sollten. Denn wenn sich schon auch als „Serious Games“-Studio ausgewiesen wird – was kann dann dabei mit „Ernst“ so gar noch gemeint sein? Kann es das so überhaupt noch geben? War 1378km auch „Ironie“, oder weshalb sollte dieser Kommentar ernster (gemeint) sein http://www.gamestar.de/index.cfm?pid=1589&pk=13105 Aus welchem Selbstverständnis gegen Gewaltdarstellungen in Deutschland heraus?
Zu mehr als die eigene Glaubwürdigkeit zu untergraben taugt das aus meiner Sicht nämlich nicht weiter –
Und ja tut mir leid, aber ich finde die Hostessen-Problematik in jedem Fall schlimm(er) als anderes, vieles das im Land noch strafrechtlich verfolgt wird.
Soll heißen: wenn die Hostessen nicht ernsthaft negativ gesehen werden könnten und eine Firma mit Namen „Reality Twist“ dieser Meinung nach von vornherein eine Zweigstelle der „Titanic“ wäre fände ich das gleich doppelt schade.‘

(Nicht-)Aufklärung: ‚Der Text ist eindeutig Satire und ich bin eben völlig medieninkompetent (…) Das aber auch aus Überzeugung, denn nächste Woche würde ich bei einem solchen Artikel wieder genauso reagieren. Ehrlich gesagt sowohl aus Unverbesserlichkeit heraus, das heißt zum Trotz, als auch aus Überzeugung, denn eigentlich will ich solchen Humor gar nicht raffen.
Und zwar aus folgendem Grund: ich muss dafür das Foto öffnen und der Frau auf die Brüste starren, dann mir noch (erst) das (andere?) Reality-Twist-Logo näher ansehen um darin eine weibliche Gallionsfigur zu erkennen – und darin soll der Witz bestehen, nochmal: während im Text selbst allem Anschein nach doch ernsthaft über Serious Games und deren Auszeichnungen geredet wird (selbstreferentiell). Als Krönung soll ich mir vielleicht noch überlegen wie spaßig der Hinweis auf Schnupfen gemeint sein könnte, oder wie die Firma heißt.
Dennoch wurde in großen Zeitungen ganz ernsthaft auch über die Hostessen als negativen Ausdruck der Branche referriert – sich über die (angeblich) sexistische Branche so empört. Es im deutschen Fernsehen schon reichte wenn der Bosbach irgendwas von irgendwo herunterhängenden Frauen erzählte, oder eine Anjin Anhut auf ihrem verschwundenen Blog über „Shadows of the Damned“, um Gegenteiliges auszudrücken – oder halt genau das was dort steht: also empört sich Reality Twist so ähnlich wie die „Redlichen“ darüber, aber eigentlich sind sie selbst sexistisch und/oder unmoralisch. Ein Schuldeingeständnis. Oder wie jetzt, was sagen sie damit aus: eine eigene Überzeugung, oder ist die Satire Kritik? Sorry, aber mir ist das politisch zu wenig klar und ich halte so etwas nicht nur für überaus ärgerlich, sondern für politisch unverantwortlich, denn die Realität der Empörung über Hostessen wird so nur übergangen. Diese Empörung verschwindet dadurch auch nicht. Und ich verstehe es einfach nicht – wie passen Hostessen und „Serious Games“ nun zusammen? Ja: wofür steht Reality Twist?‘

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