Wird Steam mal ebenso kostenpflichtig werden wie Xbox LIVE oder der PSN?

Morgen wird Valve seine dritte und letzte Neuerung präsentieren. Erwartet wird, dass sie die zweite Inkarnation ihrer hauseigenen Source-Engine enthüllen werden – wohl zusammen mit „Left 4 Dead 3“.
Die Frage bleibt wie es in Hinkunft mit Steam weitergehen wird: nach der PS4-Enthüllung im Februar schrieb ich, dass die Sony-Entwicklung ein Rückschritt wäre. Und die Anzeichen verdichten sich – auch bei Microsoft und seiner Xbox One, dass nämlich die PC-nahe Architektur beider neuer Konsolen eben dieser Welt ihr eigenes Grab schaufelt. Dass damit bloß mittelprächtige Personalcomputer (bei Microsoft sogar mit Windows-Kernel) veröffentlicht werden, über deren (restliche) Ressourcen zwar vorerst nur die Zeit entscheiden kann, die aber durchaus schon düstere Schatten vorauswerfen.

Der Erfolg der Steam Machines und ihrer damit einhergehenden, eigenen Linux-Distribution hängt schließlich nicht von Valve ab, sondern von Third Parties. Und Electronic Arts fällt mit ihrer Origin-Konkurrenz da schonmal völlig weg. Auch Ubisoft, welche gerade erst ihr uPlay in Version 4.0 angekündigt haben, wird es dort kaum geben. Bleiben bloß mehr kleinere Kreative als KandidatInnen übrig.
Ja: es spielen viel mehr Leute (wieder) am PC. Der überlange, immer noch aktuelle siebte Konsolenzyklus hat sein Übriges dazu beigetragen. Die Steam-Dumpingpreise ein Weiteres.
Waren Anfang 2012 erstmals fünf Millionen bei Steam gleichzeitig eingeloggt, waren es Ende des Jahres schon eine Million mehr.

Das sind alles freilich noch immer keine Zahlen welche mit dem Massenmarkt auf Konsolen, der dort in den letzten zehn Jahren entstanden ist, wirklich vergleichbar wären. Immerhin sind damit gerade mal soviel Leute auf Steam gewesen wie „World of Warcraft“ im Laufe der Jahre verloren hat. Und damit fast nur ein Zehntel dessen vorhanden gewesen, welche auf einer der beiden Konsolenplattformen registriert wären.
Den Leuten scheint es ohnehin nur wenig zu kümmern was sie mit ihren PC-Spielen NICHT machen können – oder wie ästhetisch gefestigt diese als Ausdrucksformen einer dermaßen offenen und damit auch beliebig veränderbaren Plattform wie Steam (mit oder ohne Linux) eigentlich sind, dass ihre Konten bloß kapitalisiert werden und sie Spiele etwa nicht wieder los werden – gewinnbringend verkaufen können usw. Dass PC-Spiele seit einigen Jahren nun schon, seit sich Steamworks oder Games for Windows LIVE-Codes als DRM-Maßnahmen etabliert haben, unmittelbar nach dem Kauf samt Freischaltung praktisch nichts mehr wert sind – zu bloßen Hüllen geworden, dass die Freiheit von Modifikationen zumindest ältere Titel bis zur Unkenntlichkeit verändern kann etc.
Auch die PC-Infrastruktur ist dabei sicherlich immer noch billig, aber mit eigenen Maschinen für Steam als Videospielplattform wird das eben nicht so bleiben müssen. Nur die Frage, ob Valve’s KundInnen auch bereit wären für ihre Selbstverständlichkeit dort einmal zu bezahlen – richtiges Geld auszugeben.

Advertisements

Über pyri

PYRI / / (Pyri) / —— pyri. Steiermark/styria
Dieser Beitrag wurde unter Amerika, Arbeitswelt und Realismen, Wirtschaft und Kulturelles abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s