Filmkritik: „Under the Skin“ (2013)

Tramp und Vamp ***** 9/10 versunkener Mannsbilder

Die Mischung aus „Species“ und „Der Mann, der vom Himmel fiel“ (1976) geht voll auf: das Alien (Scarlett Johansson) stellt fremden Männern freundliche Fragen, spekuliert dabei aber offensichtlich auch mit seiner sexuellen Attraktivität. Die Kommunikation ist nur eine zum Schein, denn eigentlich hat die Figur dieser Welt, zu der sie spricht und in der sie sich oberflächlich ziellos umherbewegt, nichts zu sagen.
Funktionieren tut der Film vor allem als Metapher der gegenwärtigen Dislokation einer europäischen Gesellschaft.
„Under the Skin“ ist so überaus nüchtern und variiert den alten Mythos der Spinnenfrau ästhetisch deshalb bemerkenswert, da die Szenen der Gefangenschaft und Tötung in surrealen Theaterlandschaften stattfinden – während der restliche Film sonst weitgehend die beiläufige Aura einer versteckten Kamera mit realen PassantInnen aufweist. Vermeintliche Dokumentation und radikale Künstlichkeit – „Under the Skin“ kann beides vorweisen, zusätzlich zur teilweise nackten Hauptdarstellerin – während die Blu-ray in stilecht schwarzem Amaray verpackt ist. Schlicht sehenswert.

Rating 9.5

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