Obama kritisiert Sony-Selbstzensur

US-Präsident Barack Obama hat die Entscheidung von Sony Pictures wortwörtlich als „Fehler“ bezeichnet, den Film „The Interview“ nicht zu veröffentlichen. Video bei der New York Times: es ist dies meines Wissens nach das erste Mal, dass sich ein (namhafter) Politiker gegen die Selbstzensurmaßnahme eines (großen) Unternehmens äußerte. „Wir“ könnten keine Gesellschaft haben, so Obama weiter, in der Diktatoren von irgendwoher Zensur in den Vereinigten Staaten anordnen. Denn was ist, wenn jemand schon einzuschüchtern vermag weil ein satirischer Film nicht behagt – wie würde erst auf eine Dokumentation oder Nachrichtensendung reagiert werden, welche missfällt? Noch schlimmer, würden (derlei) Produktionen in Hinkunft gleich von Vornherein nicht (mehr) erfolgen, weil sie vielleicht gegen die Gefühle jener (Diktatoren) verstoßen obwohl sie womöglich das gerade bräuchten: das wäre nicht „wer wir sind“ und sei nicht das worüber Amerika wäre. Obama sprach zwar seine Sympathien für die Verpflichtungen von Sony aus, ihm wäre jedoch lieber gewesen Sony hätte vor seiner Entscheidung mit ihm gesprochen.
Das Filmstudio wurde Opfer einer Cybercrime-Attacke, welche Nordkorea zugeschrieben wird: im Film sollte es um ein Mordkomplott gegen dessen autokratischen Herrscher gehen. Nachlese zu Videospielen 2011.

George Clooney meinte derweilen (deutsche Zusammenfassung auf Telepolis), dass sich die Kritik nicht gegen Sony sondern ganz Hollywood und die Kinoketten im Land richten sollte. Diverse BetreiberInnen großer Kinos in den USA hatten sich nach Drohungen noch vor Sony dagegen ausgesprochen, den Film überhaupt zeigen zu wollen.
Tatsächlich gibt es zudem auch hierzulande zweifelhafte Verbindungen zwischen Filmstudios und (Multiplex-)Kinoketten – samt entsprechender Machtkonzentration: so befindet sich etwa Cineplexx im Besitz der Constantin. Ich finde es jedenfalls sehr erfreulich, dass von Opinion Leader einmal wieder kein Film oder anderes Medium als moralisch „unnötig“ empfunden wird, sondern entsprechende Maßnahmen besorgter Organisationen dagegen.

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