Neues zur Sprache in Videospielen

Kommentar: ‚Ich finde die deutsche Version von „The New Order“ sogar viel besser als das Original: der deutsche Blazkowicz bringt den melodramatischen Gehalt dieses Titels meiner Meinung nach wesentlich glaubwürdiger rüber als sein englischer Sprecher. Bei „The Old Blood“ sieht es etwas anders aus, weil sich das mehr an „Wolfenstein 3-D“ und „Return to Castle“ orientiert – samt (unfreiwilligem) Humor.

Deutsche Adventures wie von Daedalic bemühen sich zwar um englische Versionen, in einem Fall (bei „Deponia“) singen die Macher sogar auch auf Englisch, die deutschen Texte sind trotzdem größtenteils grauenhaft übertragen worden. Wobei gerade die englischen Vertonungen vieler russischer Spiele sowieso legendär schlecht sind.

Mein negatives Lieblingsbeispiel ist „The Witcher“ – einfach absurd und oberpeinlich, wenn auch im deutschen Journalismus beobachtet werden kann wie der Titel im vermeintlich englischen „Original“ gespielt wird.‘

Exklusiver Nachtrag: ‚Der Inhalt von „The Witcher“ funktioniert im Englischen mit seinen vielen Referenzen überhaupt nicht, so perfekt die Hollywood-Vertonung auch geraten sein mag. Da liegt die deutsche Version kulturell schon wesentlich näher, auch wenn die Sprachausgabe nur durchschnittlich geraten ist – dass das nicht auffallen mag zeigt mir jedes Mal wie mangelhaft ausgeprägt das sprachliche Bewusstsein bei Videospielen leider immer noch ist, wie technisch, geistig und künstlerisch bedürftig und beschränkt das Medium weiterhin wahrgenommen wird, entsprechend mangelhaft ausgebildetes Personal in den Redaktionen mit ihren BerufszynikerInnen (die welche in ihren Glashäusern so gerne mit Steinen um sich werfen) vorausgesetzt, einfach zum gewohnheitsmäßigen Fremdschämen.

Das größte Problem ist allerdings, dass viele Spiele aus kommerziellen Gründen – analog zur Filmwirtschaft – so leider schon in Englisch produziert werden, obwohl sie das inhaltlich keineswegs nötig hätten. Denn das schadet nicht nur der Sprachvielfalt, sondern vor allem der Sprachqualität und dem Sprachverständnis!

Kenntnisse stellen eher bei japanischen Spielen ein tiefgründiges Problem dar, und dort dann weniger wegen der Sprache, sondern vielmehr aufgrund der Schrift! Alles andere ist doch banal: Menschen werden Medien in jenen Sprachen rezipieren die sie beherrschen, das sagt aber nichts darüber aus welche Sprache (oder Schrift) trotzdem vorzuziehen ist. Sprache hat schließlich auch eine ästhetische Komponente (wie den Sprachklang), sowie weist schließlich ebenfalls eine inhaltliche Dimension auf. Und gleichbedeutende Inhalte gibt es (hoffentlich) bekanntlich, falls überhaupt, sehr sehr selten: an meiner Schreibweise unschwer zu erkennen – die Neigung vieler Games zum simplifizierten Sprechen, klare und einfache Sprache jedweder Genauigkeit und Raffinesse vorzuziehen, empfinde ich ohnehin als fürchterlichen Schrecken.‘ Nachlese

Über pyri

PYRI / / (Pyri) / —— pyri. Steiermark/styria
Dieser Beitrag wurde unter "Kritik", Allgemein, Alltäglichkeiten, Almrausch-Urteile, Almrauschen, Alternative Lebensweisen, Amerika, Arbeitswelt und Realismen, Ästhetische Belange, BärInnendienste, Chauvis, Denkanstöße, Der Mayer ging zur Presse..., Deutschland, Die Welt wird auf der Erde verteidigt, Freiheiten, In eigener Sache, Kapitalistische Verschärfungen, Polen, Post vom Mayer, Retrospektiven, Wirtschaft und Kulturelles, Wort zum Alltag abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s