Analytische Affären…

Neue Kommentare zur medienrechtlichen Situation in Deutschland (mit exklusiven Ergänzungen): ‚(…)
Manche Einschätzungen sind diesbezüglich zweifellos nur sehr schwer nachzuvollziehen, sogar wenn die einzelnen Begründungen zum Körperbau (bei petiten Figuren) berücksichtigt werden: so steht hier neben mir „Valkyrie Drive – Mermaid“ mit deutscher Jugendfreigabe veröffentlicht Anfang 2018, obwohl das ältere PS Vita-Spiel – wie später erfahren werden konnte – gerade wegen dieser Anime-Produktion für strafrechtlich relevant befunden wurde.
(…)
Wenn PayPal in Deutschland nicht komplett anders funktioniert als im Rest der Welt, was soweit ich weiß keineswegs der Fall ist, hat der (…) skizzierte 11-Jährige somit theoretisch auch Zugriff auf Pornografie, zumal der Dienstleister Epoch – welcher scheinbar als einziger mit PayPal zusammenarbeiten darf – in der Internet-Pornoindustrie dem Vernehmen nach immer populärer wird, immer häufiger als Zusatzoption angeboten wird. Und dieser Gehalt ist in jedem Fall äußerst bedenklich zu nennen: die einzige legale Möglichkeit welche ich da für PayPal noch sehe ist, dass sie mit Epoch eine Vereinbarung getroffen haben und der Dienstleister Deutsche deshalb nicht akzeptiert. Nach allem was ich diesbezüglich so beobachte bezweifle ich das aber sehr, glaub eher der deutsche Jugendschutz weiß davon einfach nichts.

Allerdings dürfte die Fülle an Produkten, Medieninhalten und Dienstleistungen diesen (Jugendschutz) heutzutage auch schlicht überfordern, die großen Konzerne sich nicht einmal mehr soviel darum kümmern und Fehler erst korrigieren wenn sie darauf aufmerksam gemacht werden: völlig unvorstellbar was ich heute etwa auf Amazon.de (!) erlebt habe. Auf der Suche nach einer Neuveröffentlichung des dänischen Dramas von 2007, gab ich in die Maske „daisy diamond“ ein – und schon an sechster Stelle wird mir da irgendeine (US-)Porno-DVD (analytical affairs) angezeigt, zwar nicht verfügbar, aber dafür das Cover völlig unzensiert. So als ob ich direkt in einen Sexshop gewandert wäre.‘

Nachtrag 19. Feber: ‚Formal und (einigermaßen) objektiv betrachtet ist das was Valve international jetzt schon anbietet ja bereits eine „geschlossene“ Gruppe: (potentielles) „AO“-Material wird nur einem angemeldeten Kreis von Personen überhaupt gezeigt, ansonsten auch nur (über entsprechende Algorithmen) Leuten wie mir extra noch präsentiert (empfohlen), weil Valve halt glaubt dass ich daran interessiert wäre (was in über 95% der Fälle garantiert nicht der Fall ist). Die Anforderungen des Marketings, nicht mit Schmuddelkram und tendenziell „toxischen“ Inhalten zumindest öffentlich und vorderhand in Verbindung gebracht zu werden, sind damit zweifellos erfüllt worden (das heißt schon bei Einführung der grundsätzlichen Erlaubnis für solches Material).
Und durch die Veröffentlichung von zwei der sexistischen Spiele der Neunziger Jahre letzte Woche Valentinstag (!) auf GOG (beide mit deutschem Hintergrund übrigens), besteht trotz #MeToo usw. mittlerweile auch wieder der (zynische) Eindruck, dass selbst kuratierte Plattformen sich doch so manches „Übel“ erneut erlauben dürfen.
Abgesehen von Bezahlsystemen wird es Minderjährigen auch gelingen Personalausweisnummern einzugeben. Was schwebt bei diesen Systemen eigentlich vor? Wie soll der Abgleich dabei aussehen?

Große indizierte Spiele wird es darüber hinaus einfach nicht mehr geben, da deren Inhalte nur mehr erscheinen, nachdem sie im Vorfeld abgestimmt wurden (auch ein „Dead Island 2“ wird das kaum mehr werden). Im Übrigen wird das auch politische Inhalte betreffen: wie Tim Sweeney zuletzt gemeint hat wird Politik ja gezielt eingesetzt um Division (im Publikum) zu erzeugen (siehe „Battlefield V“, vielleicht sogar auch bei Star Wars, um regressive Rechte gegen den vermeintlichen Fortschritt aufzubringen, obwohl etwa „Call of Duty – WWII“ vieles davon auch schon draufhatte ohne notorische „Hater“ auf die Barrikaden steigen zu lassen). Wobei seine Firma selbst sich davor hüten wird (zusätzlich) bei Geldgebern wie Tencent durch „Kritik“ in Ungnade zu fallen.
Ich hatte mich einmal für eine Datenbank in Deutschland angemeldet. Gefordert wurde mein (europäischer) Reisepass glaub ich, sowie eine Verifikation per Einschreiben: der (österreichischen) Post schien dieses völlig egal gewesen zu sein, aber danach konnte ich mich mit meinen Zugangsdaten dort auch ganz einfach anmelden (kann ich immer noch). Sollen die (derzeit gültigen) Systeme für hier etwa wiederholt werden, bei jeder Transaktion erfolgen? Abgesehen davon, dass zentrale Datenerfassung in anderen Staaten keine große Tradition hat (erfahrungsgemäß selbst in autoritär geführten nicht) und der ökonomischen Nutznießerschaft bei dieser Form von „Jugendschutz“, erscheinen mir derlei Vorstellungen (gegenüber einfachen, auf Vertrauen basierten Agechecks) reichlich naiv und illusorisch zu sein.‘

Über pyri

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